Brennender Öltanker vor Chinas Küste droht zu explodieren | Aktuell Asien | DW | 08.01.2018
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Katastrophen

Brennender Öltanker vor Chinas Küste droht zu explodieren

Nach der Kollision mit einem Frachtschiff vor der Küste Chinas droht der in Flammen stehende Öltanker "Sanchi" zu sinken. Von den 32 Besatzungsmitgliedern fehlt noch immer jede Spur.

Der iranische Öltanker, der am Samstag vor der chinesischen Küste in Brand geraten war, droht zu explodieren oder zu sinken. Dies teilte das chinesische Verkehrsministerium mit. Bisher gebe kein Lebenszeichen von der Besatzung auf dem brennenden Schiff. Beim Versuch, zu den 30 Iranern und zwei Bangladeschern an Bord zu gelangen, seien den Rettungskräften giftige Rauchwolken entgegengeschlagen, erklärte das Ministerium. 

Auch 36 Stunden nach dem Ausbruch des Brandes auf dem unter panamaischer Flagge fahrenden, 274 Meter langen Schiff "Sanchi" loderte ein riesiges Feuer an Bord und auf dem umgebenden Wasser. 

Kampf gegen die Flammen

Einsatzkräfte kämpften mit Löschbooten gegen die Flammen an, doch war das Feuer auch am zweiten Tag nach dem Zusammenstoß weiter heftig, berichtete das chinesische Staatsfernsehen. Öl trete weiter aus dem Rumpf des iranischen Tankers aus. Die "Sanchi" hatte 163.000 Tonnen Kondensat, ein sehr hochwertiges Leichtöl, an Bord. 

Neben der südkoreanischen Küstenwache beteiligte sich auch die amerikanische Marine mit einem Aufklärungsflugzeug an der Suche nach den Vermissten. Das Flugzeug vom Typ P-8A Poseidon habe am Sonntag ein Gebiet von 12.000 Quadratkilometern abgesucht, bevor es zu seinem japanischen Stützpunkt zurückgekehrt sei, berichtete die US-Marine. 

Ausmaß noch unklar

Der Tanker war auf dem Weg nach Südkorea rund 300 Kilometer östlich von Shanghai mit dem chinesischen Frachter "CF Crystal" kollidiert und in Brand geraten. Die 21 Menschen von der Besatzung des Getreidefrachters, der unter Hongkongs Flagge gefahren war, wurden unversehrt gerettet. 

Nach der Kollision trieb der Tanker in Schieflage auf hoher See. Wie viel Öl aufgelaufen ist, war unklar. Die Einsatzkräfte haben einen Schutzring von 18 Kilometern um das Schiff gezogen, um zu vermeiden, dass andere Schiffe zu nahe kommen. Eine Untersuchungskommission wurde eingerichtet, um die Ursache des Unglücks zu ermitteln.

Der Tanker gehört laut Irans Ölministerium der nationalen Tankergesellschaft NITC und wird von der iranischen Firma Glory Shipping betrieben.  Es ist die zweite Havarie eines Tankers der NITC binnen zwei Jahren. Im August 2016 war ein iranischer Supertanker mit einem Containerschiff in der Straße von Singapur zusammengestoßen.

stu/as (afp, dpa)

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