Breit angelegte Razzia in Berliner Islamisten-Szene | Aktuell Deutschland | DW | 15.07.2020
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Extremismus in Deutschland

Breit angelegte Razzia in Berliner Islamisten-Szene

Terrorfinanzierung, Bedrohung, Betrug: Die Liste der Tatvorwürfe gegen mutmaßliche Islamisten in Berlin ist lang. 450 Polizisten rückten zu einer Razzia in vier Bezirken aus. Sie durchsuchten 19 Geschäfts- und Wohnräume.

Berlin | Razzia gegen Tatverdächtige aus der islamistischen Szene (picture-alliance/dpa/C. Soeder)

Zwei Polizisten führen bei der Razzia in Berlin einen Verdächtigen ab

Bei der umfangreichen Razzia in Berlin gehe es auch um den Verdacht der Terrorfinanzierung, hieß es bei der Staatsanwaltschaft. Sprecher Martin Steltner sprach von einem „Strauß von Vorwürfen", unter anderem auch Bedrohung und Betrug. Die Durchsuchungen richteten sich gegen zwölf Verdächtige. Festgenommen wurde aber bisher niemand.

Zuletzt war aufgefallen, dass sich einzelne Islamisten Corona-Soforthilfen erschlichen haben sollen. Die Staatsanwaltschaft hatte damals mitgeteilt, es werde auch geprüft, ob die Gelder möglicherweise für die Finanzierung terroristischer Aktionen verwendet werden sollten.

Nach Angaben der Polizei waren 450 Beamte im Einsatz. Sie durchsuchten 19 Wohnungen und Gewerberäume in den Berliner Stadtbezirken Reinickendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg sowie Tempelhof-Schöneberg. Moscheen seien nicht betroffen gewesen, hieß es. Auch ein Auto mit Hamburger Kennzeichen wurde durchsucht.

Berlin | Razzia gegen Tatverdächtige aus der islamistischen Szene (picture-alliance/dpa/C. Soeder)

Ein Polizist sichert einen Einsatz gegen die islamistische Szene in Berlin-Gesundbrunnen ab

Polizeigewerkschaft begrüßt den Einsatz

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wertete die Durchsuchung als gutes Zeichen, die durch akribische Ermittlungen möglich geworden sei. Deutschland stehe weiter im Fadenkreuz des islamistischen Terrors. Es sei kein Geheimnis, dass „aus unserem Geldwäscheparadies" Gelder aus der organisierten Kriminalität in den Terrorismus fließen würden. „Umso wichtiger ist es, denen, die schwerste Straftaten vorhaben und unterstützen, möglichst früh auf die Füße zu treten", erklärte der Berliner GdP-Landesvize Thomas Spaniel.

Der Berliner Verfassungsschutz hat in seinem Bericht für das vergangene Jahr 2170 Menschen in Berlin als Islamisten eingestuft - 180 mehr als 2018.

kle/sti (dpa, afp)

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