Brasiliens Umweltminister Salles tritt zurück | Aktuell Amerika | DW | 24.06.2021
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Südamerika

Brasiliens Umweltminister Salles tritt zurück

Der 46-Jährige steht im Visier der Staatsanwaltschaft. Er gilt als enger Vertrauter von Präsident Bolsonaro. Beide hatten Umweltauflagen massiv gelockert.

Jair Bolsonaro, Ricardo Salles Brasilien

Umweltminister Ricardo Salles (rechts) hatte die volle Rückendeckung von Präsident Bolsonaro (Archivbild)

Der brasilianische Umweltminister Ricardo Salles verlässt seinen Posten. Er habe in den vergangenen zweieinhalb Jahren "viele Anfeindungen erlebt", sagte er. Präsident Jair Bolsonaro ernannte Staatssekretär Joaquim Alvaro Pereira Leite zum Nachfolger und dankte dem Amtsinhaber. Dieser sei "Teil der Geschichte".

Gegen Salles wird wegen Korruption und Holzschmuggel sowie wegen Behinderung der Justiz ermittelt. Er soll illegale Abholzungen im Amazonasgebiet gedeckt haben. Die Justiz verfügte bereits Durchsuchungen und die Aufhebung seines Bank-, Telefon- und Steuergeheimnisses. Salles selbst weist die Anschuldigungen zurück.

Abholzungen, Waldbrände ...

Aktivisten und Experten werfen dem scheidenden Minister überdies vor, er habe systematisch Umweltschutzprogramme untergraben. Unter Salles waren die Abholzungen in Amazonien von 2019 auf 2020 um 9,5 Prozent gestiegen. Auch die Zahl der Waldbrände hatte zugenommen. Zugleich kürzte der enge Vertraute Bolsonaros die Mittel für staatliche Kontrollbehörden.

Landschaft I Amazonas in Brasilien

Der Amazonas-Regenwald ist durch die Lockerung von Umweltauflagen stark gefährdet (Archivbild)

Die erklärte Politik des Präsidenten ist es, die Produktionsbedingungen für die Landwirtschaft zu erleichtern. Seit dem Amtsantritt des rechtsradikalen Staatschefs wurden Umweltauflagen massiv abgeschwächt. Der Verlust riesiger Regenwaldflächen im Amazonasgebiet geht mit einem Rückgang der Artenvielfalt einher und hat massive Auswirkungen auf den Klimawandel.

jj/pg (dpa, afp, epd, kna)