Brasilien schickt Soldaten an venezolanische Grenze | Aktuell Amerika | DW | 29.08.2018
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Flucht vor Nahrungsmittelknappheit

Brasilien schickt Soldaten an venezolanische Grenze

Wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise verlassen immer mehr Venezolaner ihr Heimatland. Die Nachbarstaaten sind mit den vielen ankommenden Migranten überfordert. In Brasilien soll das Militär für Sicherheit sorgen.

Brasilien Soldaten patrouillieren an der Grenze zu Venezuela (Reuters/N. Doce)

Mitte des Monats war es bereits zu Ausschreitungen an der Grenze gekommen, seitdem sind dort erste Soldaten im Einsatz

Angesichts der vielen Wirtschaftsflüchtlinge aus Venezuela hat Brasiliens Regierung das Militär an die Grenze zum Nachbarland Venezuela mobilisiert. Der Einsatz in dem nördlichen Bundesstaat Roraima soll zunächst zwei Wochen dauern, wie Staatschef Michel Temer nach einer Kabinettssitzung in der Hauptstadt Brasilia mitteilte.

Brasilien Flüchtlinge aus Venezuela (DW/Y. Boechat)

Protest in Nordbrasilien gegen die steigende Zahl von Venezolanern im Land

Mitte August war es im brasilianischen Grenzort Pacaraima bereits zu Ausschreitungen zwischen Ankömmlingen und Einheimischen gekommen. Seitdem wurden bereits erste Soldaten an der Grenze stationiert.

Immer mehr Menschen kehren Venezuela den Rücken. Wegen der fallenden Ölpreise und Misswirtschaft der sozialistischen Regierung unter Nicolas Maduro steckt das südamerikanische Land in einer tiefen Wirtschaftskrise. Hyperinflation, Knappheit bei Nahrungsmitteln und Medikamenten sowie Engpässe bei der Strom- und Wasserversorgung machen vielen Bürgern zu schaffen.

Temer bezeichnete die Krise im Nachbarland als "tragisch". Diese bedrohe "die Harmonie praktisch des ganzen Kontinents". Die internationale Gemeinschaft müsse "diplomatische Maßnahmen" ergreifen, um die Flucht der Menschen zu stoppen.

Peru | Regierung dämmt Flüchtlingsandrang aus Venezuela ein (Reuters/D. Juarez)

Warten auf die Einreise nach Peru: Venezolaner benötigen dafür seit Kurzem einen Pass

Nach UN-Angaben haben bereits 2,3 Millionen Menschen den einst reichen Erdölstaat Venezuela verlassen. Die Länder der Region sind zunehmend überfordert. In der vergangenen Woche führte Peru schärfere Einreisebestimmungen für Venezolaner ein. Tausende Migranten versuchten daraufhin, noch vor Inkrafttreten der neuen Regeln über den Landweg ihr Ziel zu erreichen.

uh/as (dpa, afp)

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