Brandt: ″Da müssen wir draus lernen″ | Fußball | DW | 14.09.2016
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Fußball

Brandt: "Da müssen wir draus lernen"

Bayer Leverkusen verliert zwei Punkte beim ersten Auftritt in der Champions League. Die Werkself ist auf der Suche nach Konstanz, genauso wie Julian Brandt, der sich aber nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Langsam schlurfte Julian Brandt auf die Medienvertreter zu. Sein Gesicht noch leicht gerötet, Schweißperlen liefen seine Wangen herunter. Die Anstrengungen der vergangenen 90 Minuten waren dem 20-Jährigen noch deutlich anzusehen. "Wir sind alle enttäuscht. Die Stimmung in der Kabine ist nicht gerade prickelnd", sagte Brandt und gab zu: "Wir hatten es heute auch nicht verdient zu gewinnen. Wir haben eine halbe Stunde zwar guten Fußball gespielt, fressen dann aber zwei Gegentore."

Eine Erklärung für den Aussetzer der Werkself konnte Brandt auch nicht liefern. Trotz des bitteren Abends ließ sich der Offensivspieler in der Mixedzone nicht aus der Ruhe bringen. Gelassen beantwortete er alle Fragen der Reporter. "Wir haben noch eine junge Mannschaft, was jetzt keine Entschuldigung sein soll, aber wir müssen daraus lernen", so Brandt. "Das Leben geht jetzt auch weiter. Wir sind noch nicht aus der Champions League ausgeschieden."

Keine entscheidende Idee

Brandt weiß, dass die Leverkusener es besser können, er weiß auch, dass er es besser kann. Dabei gehörte der 20-Jährige noch zu den besten Akteuren auf dem Platz. Vor allem in den ersten Minuten ließ er seine Klasse aufblitzen, spielte den Gegner schwindelig und sorgte mit überraschenden Pässen immer wieder für Gefahr im Strafraum der Gäste. Ein schneller Übersteiger, eine Körpertäuschung, die Augen dabei nie auf den Ball gerichtet, immer bereit für die unberechenbare Aktion. So hat sich Brandt in der vergangenen Saison in die Herzen der Leverkusen-Fans gespielt. Gegen Moskau fehlte aber auch dem hochtalentierten Youngster die entscheidende Aktion, um das Spiel doch noch zu Gunsten der Gastgeber zu drehen. "Ich will es jetzt auch nicht schlimmer machen als es ist", beruhigte Brandt die Journalisten. "Fakt ist, dass es sehr ärgerlich ist, aber ich werde mich jetzt nicht einer Drucksituation stellen. Es wär schon clever von uns, wenn wir jetzt erst einmal ruhig bleiben."

Brandt sagt Bayern München ab

Olympia Rio 16 20 08 Fußball Deutschland Brasilien Finale

Julian Brandt (r.) verliert das Finale bei den Olympischen Spielen in Rio gegen Gastgeber Brasilien

Erst der Gewinn der Silbermedaille bei den Spielen in Rio, dann übernahm Brandt die Nummer von Bastian Schweinsteiger in der Nationalmannschaft. Das Fußballjahr 2016 hat für Brandt gut begonnen und es hat ihn reifer gemacht. Brandt geht voran - auf dem Platz und auch daneben. Geht die Entwicklung des Offensivtalents in diesem Tempo weiter, könnten im nächsten Sommer erneut die Kaderplaner vom FC Bayern München in Leverkusen vorstellig werden. Denn der Rekordmeister war schon vor drei Jahren an Brandt interessiert. "Er war hier bei uns mit seinem Vater, als klar war, dass er die Wolfsburger A-Jugend verlässt", berichtete Karl-Heinz Rummenigge im Interview mit der Sport Bild. "Julian hat sich dann für Leverkusen entschieden, obwohl wir ihn gerne geholt hätten", so der Bayern-Boss weiter.

Brandt kann zum Führungsspieler werden

Eine Verpflichtung des 20-Jährigen dürfte aber nicht einfach werden. Brandt besitzt in Leverkusen einen Vertrag bis 2019. Das Papier hatte der damalige Manager der Werkself, Michael Reschke, höchstpersönlich ausgehandelt. Reschke wechselte wenig später zum Rekordmeister und ist dort nun für die Profimannschaft zuständig. "Reschke hat einmal gesagt, er ärgere sich am meisten über Julians Vertrag, den er damals mit ihm gemacht hat. Damit hat er alles gesagt", sagte Jonas Boldt, Reschkes Nachfolger in Leverkusen. Zuletzt geisterten im Sommer dieses Jahres Gerüchte über einen Wechsel durch die Medienwelt - doch Brandt blieb. Es war die richtige Entscheidung, denn bei der Werkself weiß man seine Qualitäten zu schätzen. In Leverkusen kann Brandt sich entwickeln und zum Führungsspieler werden. Den nächsten Schritt dazu kann er bereits am kommenden Wochenende gehen. Dann gastiert die Schmidt-Elf in Frankfurt und dort wird es auch wieder auf die Qualitäten von Julian Brandt ankommen.

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