Brandanschlag auf Synagoge in Ulm | Aktuell Deutschland | DW | 05.06.2021
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Antisemitismus

Brandanschlag auf Synagoge in Ulm

Ein Unbekannter hatte an dem jüdischen Gotteshaus eine Flüssigkeit auf den Boden gegossen und diese dann entzündet. Das Feuer konnte rasch gelöscht werden.

Deutschland, Synagoge in Ulm beschädigt, Brandanschlag

Ermttler der Polizei sammeln Beweise am Tatort

An der Synagoge in Ulm ist ein Feuer gelegt worden. Ein Mann wurde am Samstagmorgen von einem Zeugen dabei beobachtet, wie er eine Flüssigkeit aus einer Flasche auf den Boden vor dem Gebäude goss und anzündete. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft weiter mitteilten, verständigte der Zeuge sofort die Polizei und die Feuerwehr, während der Brandstifter flüchtete.

Die Flammen wurden schnell gelöscht. Es entstand geringer Sachschaden durch Verrußung der Fassade und einer Glasscheibe. Verletzt wurde niemand. Die Polizei leitete eine Fahndung nach dem Täter ein und veröffentlichte eine Personenbeschreibung. Für die weiteren Ermittlungen wurde eine Sonderkommission eingerichtet.

Kretschmann verurteilt Brandanschlag

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sprach von einem "niederträchtigen Anschlag". "Er zeigt das heimtückische Gesicht des Antisemitismus, dem wir klar und deutlich entgegentreten." Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) erklärte, Brandsätze gegen Synagogen zu werfen sei "widerwärtig". Wer versuche, ein jüdisches Gotteshaus anzuzünden, "den wird die volle Härte des Rechtsstaates treffen".

Wie die Staatskanzlei in Stuttgart mitteilte, unterstützt das Landeskriminalamt die Ermittlungen mit Spezialisten des Staatsschutzes sowie aus dem Bereich Cybercrime und vom Kriminaltechnischen Institut. Es seien Gespräche mit der jüdischen Gemeinde in Ulm und in anderen Orten aufgenommen worden. In Ulm seien die Schutzmaßnahmen bereits "hochgefahren" worden; außerdem werde die Gefährdungsbewertung für die anderen jüdischen Einrichtungen im Land überprüft.

uh/jj (afp, dpa, ap)

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