Brüssel schaut auf Kryptowährungen | Wirtschaft | DW | 26.02.2018
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Kryptowährungen

Brüssel schaut auf Kryptowährungen

Die EU-Kommission spielt eine Regulierung von Kryptowährungen durch. Die Brüsseler Behörde wird prüfen, ob Regeln auf EU-Ebene nötig sind und will die Risiken und Chancen der derzeitigen Regulierung bewerten.

Die EU-Kommission will prüfen, ob Kryptowährungen auf EU-Ebene schärfer reguliert werden müssen. Das erklärte Vizepräsident Valdis Dombrovskis am Montag in Brüssel nach einem Gespräch mit Aufsichtsbehörden, Zentralbanken und Marktteilnehmern. Dafür sollen Chancen und Risiken sowie die bisherigen Regeln auf den Prüfstand. Ein Zeitplan wurde nicht genannt.

"Europa muss diese Innovation annehmen"

Dombrovskis sagte, Spekulation mit Kryptowährungen sei für Verbraucher und Investoren ein erhebliches Risiko. Sie könnten unter Umständen ihr gesamtes investiertes Geld verlieren. Über die Risiken müsse regelmäßig und deutlich aufgeklärt werden. Die wichtigste Kryptowährung Bitcoin war in den vergangenen Wochen extremen Kursschwankungen unterworfen.

Er rief die EU-Mitgliedsstaaten auch dazu auf, die im Dezember novellierte Geldwäsche-Richtlinie der EU rasch umzusetzen. Diese beziehe auch Tauschbörsen für virtuelle Währungen und sogenannte Wallet Provider ein, also elektronische Geldbörsen.

Dombrovskis betonte aber auch die Chancen der hinter Kryptowährungen stehenden Blockchain-Technologie für die Finanzmärkte. "Europa muss diese Innovation annehmen", sagte er. "Es ist ein globales Phänomen, und deshalb ist eine globale Antwort nötig", sagte der Lette. "Dass heißt aber nicht, dass die EU nicht schon früher handeln kann."

Jetzt sind die G20 gefordert

Europa habe nur einen kleinen Anteil am globalen Handel mit Kryptowährungen. Darum müsse man mit den G20-Staaten und mit internationalen Normgebern zusammenarbeiten. Die EU-Kommission erwartet Diskussionen um Kryptowährungen beim Gipfel der 20 wichtigsten Wirtschaftsmächte der Welt Ende November in Buenos Airos.

Deutschland und Frankreich forderten Anfang des Monats in einem gemeinsamen Brief an die argentinische G20-Präsidentschaft, das Thema Risiken und Chancen der Cyber-Devisen sowie der dahinterstehenden Technologien auf die Agenda des Finanzministertreffens der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer im März in Buenos Aires zu setzen. Das Ergebnis könnte ein international abgestimmtes Handeln sein.

dk/uh (dpa)