Brüchiger Waffenstillstand im Gazastreifen | Aktuell Nahost | DW | 15.11.2019
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Gazastreifen

Brüchiger Waffenstillstand im Gazastreifen

Es ist ruhig im Gazastreifen - aber die Waffen schweigen trotzdem nicht ganz. Israel und die militanten Palästinenser vom Islamischen Dschihad drohen einander und stellen Bedingungen - ein Ende ist nicht in Sicht.

Gaza Israel Raketenabwehrsystem Iron Dome (Reuters/A. Cohen)

Das Israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt Geschosse aus dem Gazastreifen ab

Die israelische Luftwaffe hat nach Angaben des Militärs erneut Ziele der Extremistenorganisation Islamischer Dschihad im Gazastreifen angegriffen. Das teilte die Armee via Twitter mit, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. "Dies geschieht, nachdem von Gaza aus heute willkürlich Raketen auf israelische Bürger gefeuert wurden", hieß es weiter.

Nach zwei Tagen heftiger Auseinandersetzungen hatten sich Israel und der Islamische Dschihad unter Vermittlung Ägyptens am Donnerstag auf eine Waffenruhe geeinigt. Trotzdem feuerten militante Palästinenser bis zum Abend nach Armeeangaben noch vereinzelt Raketen nach Israel ab.

Israel Premierminister Benjamin Netanyahu (AFP/R. Zvulun)

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu (m.) und Außenminister Israel Katz (li.)

"Ziele erreicht"

Premierminister Benjamin Netanjahu sagte, die Militäraktion neige sich ihrem Ende entgegen, weil die Ziele erreicht seien. "Unsere Feinde haben die Botschaft erhalten, dass wir jeden überall erreichen können", sagte der Regierungschef beim Besuch einer Raketenabwehreinheit.

Während der Islamische Dschihad angab, Israel habe die Bedingungen für einen Waffenstillstand akzeptiert - unter anderem den Verzicht auf gezielte Tötungen von Palästinensern und auf Waffeneinsatz an der Grenze zum Gazastreifen -, widersprach Außenminister Israel Katz dieser Darstellung. Israel werde seine Politik nicht ändern, gezielte Tötungen würden nicht aufhören und bei Protesten an der Grenze werde auch weiterhin geschossen, wenn die Situation das erfordere. Allerdings werde Israel "mit Ruhe auf Ruhe antworten", so Katz.

"Lage fragil"

Die in Gaza regierende radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hat sich bislang aus dem Konflikt herausgehalten. Nach Ansicht von Beobachtern hat das dazu beigetragen, dass die Situation nicht noch weiter eskaliert ist.

Der UN-Nahostgesandte Nikolai Mladenov betonte, die Lage sei "fragil". In einer Twitter-Nachricht forderte er, alle Beteiligten müssten "maximale Zurückhaltung" an den Tag legen und "ihren Teil zur Vermeidung weiteren Blutvergießens" beitragen. Der Nahe Osten brauche "keine weitere Kriege", so der UN-Diplomat.

Die jüngsten Kämpfe waren nach der Tötung des Militärchefs des Islamischen Dschihad, Baha Abu Al Ata, durch die israelische Luftwaffe am vergangenen Dienstag ausgebrochen. In der Folge hatten militante Palästinenser Hunderte Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert, während die israelische Luftwaffe mit Raketenangriffen auf Palästinenserstellungen antwortete.

Gaza Deir al-Balah Raketenangriffe (picture-alliance/AP Photo/K. Hamra)

Trauernde tragen Leichen von acht Familienmitgliedern, die durch israelische Raketen getötet wurden

Die Zahl der durch israelische Luftangriffe getöteten Palästinenser im Gazastreifen stieg nach Angaben der Gesundheitsbehörden in dem abgeriegelten Gebiet auf 34 an. Die Hälfte von ihnen waren demnach Zivilisten, darunter acht Kinder und drei Frauen.

mak/lh (rtr, dpa)

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