Brände wüten nahe Los Angeles | Aktuell Amerika | DW | 11.10.2019
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Kalifornien

Brände wüten nahe Los Angeles

Es gilt wieder einmal die höchste Alarmstufe in Kalifornien: Wegen starker Winde breiten sich zwei Waldbrände in dem Bundesstaat an der US-Westküste rasend schnell aus. 100.000 Menschen müssen ihre Häuser verlassen.

In Südkalifornien sind Zehntausende Menschen auf der Flucht vor den verheerenden Flammen. Das Feuer etwa 40 Kilometer nordwestlich von Los Angeles hatte sich - angefacht durch die berüchtigten Santa-Ana-Winde, auch Teufelswinde genannt, und die sehr trockene Luft - in der Nacht zum Freitag auf mehr als die doppelte Größe ausgebreitet. Über 1000 Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen nahe der Ortschaft Sylmar. Etliche Gebäude sind bereits zerstört.

Waldbrände in Kalifornien (picture-alliance/dpa/D. Swanson)

In Sylmar hat das Feuer eine Autobahn-Auffahrt erreicht

Ein weiteres Feuer verwüstete nach Behördenangaben eine Siedlung östlich von Los Angeles. Es war vom Fahrer eines Müllwagens ausgelöst worden, der seine in Brand geratene Ladung am Straßenrand abgeladen hatte, wie eine Sprecherin mitteilte. Hier sind mehr als 200 Feuerwehrmänner im Einsatz.

Autobahnen und andere Straßen in der Region sind gesperrt. Etwa 100.000 Menschen in den Gemeinden am Rande des San Fernando Tals wurden aufgefordert, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Die US-Wetterbehörde warnt vor hoher Feuergefahr in den kommenden Tagen. In der Region herrschen anhaltend sommerliche Temperaturen und Trockenheit, die Teufelswinde verschärfen die Lage.

USA Kalifornien Waldbrände | Sylmar - Verkehrsstopp (Reuters/G. Blevins)

Zahlreiche Anwohner versuchen, mit ihren Fahrzeugen der Gefahrenzone zu entkommen

Wegen der hohen Brandgefahr hatte der US-Energieversorger Pacific Gas & Electric (PG&E) in den vergangenen Tagen in Nordkalifornien vorsorglich bei mehr als 700.000 Haushalten und Einrichtungen den Strom abgestellt. Noch immer sind Hunderttausende Gebäude ohne Strom. Die Leitungen würden überprüft, hieß es. Gouverneur Gavin Newsom kritisierte die Maßnahme scharf. So etwas sollte "kein Staat im 21. Jahrhundert erleben" müssen. Er warf PG&E "Jahrzehnte der Nachlässigkeit" und "Misswirtschaft" vor. Wegen der Stromabschaltungen blieben zahlreiche Schulen und Universitäten geschlossen.

USA Waldbrände in Kalifornien (picture-alliance/ZUMA Press/Orange County Register/D. Crane)

Energieversorger in dem Brandgebiet haben vorsorglich den Strom abgestellt

Aus Kostengründen werden in dem US-Bundesstaat nach wie vor viele Leitungen oberirdisch verlegt. Mit der Abschaltung des Stroms soll eine Brandkatastrophe wie im vergangenen Jahr verhindert werden. In der nordkalifornischen Ortschaft Paradise hatten im November beschädigte Leitungen tödliche Feuerwalzen ausgelöst, in denen 85 Menschen ums Leben kamen. Der Brand war der tödlichste und zerstörerischste in der Geschichte des Westküstenstaates.

se/lh (afp, ap, rtr, dpa)

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