Boxer Fury sorgt für Verwirrung | Sport | DW | 04.10.2016
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sport

Boxer Fury sorgt für Verwirrung

Homophobie, Beleidigungen, Drogen und jetzt auch Doping. Box-Weltmeister Tyson Fury kündigt erst nach etlichen Skandalen sein Karriere-Ende an - und macht nur wenige Stunden später einen Rückzieher vom Rückzieher.

Boxweltmeister Tyson Fury hat mit skurrilen Tweets für Verwirrung gesorgt. Der 28 Jahre alte Brite erklärte am Montag mit markigen und teilweise obszönen Worten zunächst seinen Rücktritt, um drei Stunden später das Gegenteil zu behaupten. Der Schwergewichts-Champion der Verbände WBO, WBA und IBO ist dabei, den Rest an Glaubwürdigkeit zu verlieren.

"Boxen ist das Traurigste, was ich je gemacht habe", hatte Fury zunächst getwittert. Es sei "ein Haufen Scheiße", meinte der unter Dopingverdacht stehende Brite. "Ich bin der Größte, und ich bin es auch im Ruhestand." Es war nicht seine erste Rücktritts-Ankündigung, und so schwangen bei den meisten Beobachtern sofort Zweifel mit, ob Fury es diesmal ernst meinte. Nur drei Stunden später folgte die Kehrtwende: "Hahahaha, ihr denkt, ihr werdet den Gypsyking so einfach los!!! Ich werde bleiben. TheGreatest zeigt euch nur, was die Medien wollen. Tut tut", lautete sein Widerruf. Und weitere zehn Minuten später kam der nächste Tweet: "Sobald es mir besser geht, werde ich das verteidigen, was mein ist, den Schwergewichts-Thron."

Am Freitag war bekannt geworden, dass Fury am 22. September positiv auf die Einnahme von Kokain getestet worden war. Am Tag danach sagte er den für den 29. Oktober geplanten Rückkampf gegen Wladimir Klitschko ab. Die Doping-Agentur Voluntary Anti-Doping Association (VADA) kündigte an, dass Untersuchungen auf weitere verbotene Substanzen folgen würden. Fury hatte Wladimir Klitschko im November 2015 einstimmig nach Punkten besiegt und dem Ukrainer sämtliche WM-Gürtel abgenommen.

Bereits im Juli waren Dopinggerüchte um Fury aufgekommen. Nachdem er das erste Re-Match gegen Klitschko für den 9. Juli wegen einer angeblichen Knöchelverletzung abgesagt hatte, kam heraus, dass er laut der britischen Anti-Doping-Agentur UKAD wegen eines positiven Tests gesperrt worden sei. Wie ernst nun die Ankündigung des Karriereendes gemeint ist, bleibt offen. Schon öfter hatte Fury seinen Rücktritt angekündigt, dann jedoch immer wieder weiter gemacht.

Auch schon gegen Klitschko gedopt?

"Er ist verrückt", hatte der britische Top-Promoter Eddie Hearn am Wochenende dem SID gesagt. Der Manager von IBF-Weltmeister Anthony Joshua wollte für seinen Schützling ursprünglich den Kampf gegen Fury. Ein rein britisches Duell hätte die Kassen klingeln lassen. Doch nach Furys Eskapaden soll Joshua nun gegen Klitschko boxen.   

Boxen Schwergewicht Wladimir Klitschko - Tyson Fury (picture alliance/empics/S. Cooper)

Vor dem WM-Kampf: Wladimir Klitschko (l.) und Tyson Fury im edlen Zwirn

Die Doping-Anschuldigungen sind Gift für das weltweite Schwergewichts-Boxen, das stets um ein sauberes Image kämpft. Klitschkos Manager Bernd Bönte reagierte daher gegenüber dem SID nur noch mit Kopfschütteln. "Wenn das so stimmt, passt das in das Gesamtbild, das man von Fury nach seinen Anfeindungen etwa gegen Homosexuelle hat. Er ist für mich der unwürdigste Schwergewichts-Weltmeister, den ich persönlich kennengelernt habe", sagte Bönte. 

"Wir bereuen mittlerweile, dass wir nicht schon vor dem ersten Kampf in die Verträge geschrieben haben, dass Dopingtests obligatorisich sind", ergänzte Bönte mit Blick auf die überraschende Punktniederlage von Klitschko im vergangenen Herbst. Dann, womöglich, hätte Klitschko seine WM-Gürtel nie verloren.

to (sid, dpa)

 

Die Redaktion empfiehlt