Botschafter ZAR: ″Boris Becker arbeitet auf eigene Kosten″ | Afrika | DW | 17.06.2018
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Diplomatische Immunität

Botschafter ZAR: "Boris Becker arbeitet auf eigene Kosten"

Im Zuge eines andauernden Insolvenzverfahrens in Großbritannien macht Boris Becker diplomatische Immunität geltend. Ein Botschafter der Zentralafrikanischen Republik bestätigt der DW, Becker besitze einen Diplomatenpass.

DW: Boris Becker macht in seinem Insolvenzverfahren diplomatische Immunität geltend, weil er angeblich als Kulturattaché für die Zentralafrikanische Republik (ZAR) tätig sein soll. Was sagen Sie dazu?

Daniel Emery Dede: Ich bestätige, dass Boris Becker über einen zentralafrikanischen Diplomatenpass verfügt. Ich bestätige auch, dass er auf eigene Kosten arbeitet. Wir haben kein Geld, um ihn zu bezahlen. Er ist Attaché in der Botschaft in Belgien, um der Zentralafrikanischen Republik aus ihrer Krise nach dem Bürgerkrieg zu helfen. 

Was ist seine Mission?

Dank seiner Aura - er ist immerhin ein Sportler sehr hohen Niveaus gewesen und immer noch in aller Welt engagiert - zählen wir auf ihn, uns in die Welt der Geschäftsleute einzuführen, um finanzielle Mittel zu bekommen. Das ist das Ziel, das wir für sein Mandat festgelegt haben. Um seine privaten Angelegenheiten kümmern wir uns nicht.

Malta: Europäische Union - Africa Summit on Migration Daniel Emery Dede (picture alliance/NurPhoto/J. Raa)

Daniel Emery Dede: EU-Botschafter und Botschafter in Belgien, den Niederlanden und Luxemburg 

Er wird also nicht vom zentralafrikanischen Steuerzahler bezahlt?

Das ist Teil der Klauseln. Er war noch nie in der Zentralafrikanischen Republik, aber er kennt die Situation dort sehr gut. Wir sind ein Land, das gerade aus seiner Krise herausfindet. Wir sind in einer schwierigen humanitären Situation und es gibt noch viele unsichere Gegenden in unserem Land. Da kann man nicht einen einzigen Cent vom zentralafrikanischen Steuerzahler nehmen.

2002 hat ihn die deutsche Justiz zu einer Gefängnisstrafe auf Bewährung und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Er soll bankrott sein. Die ZAR engagiert ihn, damit er das Bild Ihres Landes verbessert?

Wir wollen ja nicht sein eigenes Geld. Er soll durch sein Renommée andere für uns mobilisieren.

Eine Quelle im Präsidialamt sagte uns, er sei ein Freund von Präsident Touadera.

Um sich so schnell bereit zu erklären, unseren Präsidenten in seiner aktuellen Mission - das Land steckt in einer Krise - zu begleiten, müssen schon freundschaftliche Beziehungen existieren.

Wie könnte denn die Zentralafrikanische Regierung Boris Becker helfen, aus seinen aktuellen juristischen Schwierigkeiten in London herauszukommen?

Allein die Tatsache, dass er einen Diplomatenpass besitzt, ist schon eine wichtige Unterstützung. Denn durch diesen Pass müsste er diplomatische Immunität genießen.

Daniel Emery Dede ist EU-Botschafter der ZAR und Botschafter in Belgien, den Niederlanden und Luxemburg. 

 

Das Gespräch führte Eric Topana.