Borussia Dortmund: Mit Haaland und Can zu neuer Stärke | Sport | DW | 18.02.2020
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Champions League - Achtelfinale

Borussia Dortmund: Mit Haaland und Can zu neuer Stärke

Sie sind neu im Team von Borussia Dortmund und sie sind schon Schlüsselspieler: Stürmer Erling Haaland und Defensivspieler Emre Can. Im Achtelfinale gegen Paris St. Germain machen sie den Unterschied.

Als die Dortmunder Fans ihren Spielern einen Gänsehaut-Empfang mit einer tollen schwarz-gelben Choreographie über drei Tribünen boten, kam der eine BVB-Neuzugang, Erling Haaland, nicht mehr als dem Grinsen raus. So groß war die Vorfreude auf sein Champions-League-Debüt im BVB-Dress. 

Der andere Neuzugang der Dortmunder blieb relativ gelassen. Dabei dürften sich viele Blicke der Fans auf Emre Can gerichtet haben. Denn gerade einmal zwei Stunden vor Spielbeginn hatte der BVB bekannt gegeben, den für ein halbes Jahr ausgeliehenen Neuzugang von Juventus Turin ganz an sich zu binden – für vier Jahre bis zum 30. Juni 2024.  

Diese beiden Spieler waren es, die den französischen Serienmeister Paris St. Germain im Achtelfinal-Hinspiel in Dortmund zu Fall brachten und dem BVB ein verdientes 2:1 (0:0) bescherten. Der eine mit seinen beiden Toren, der andere mit seiner Präsenz in der Defensive. 

In kurzer Zeit zu Schlüsselspielern

Haaland und Can sind Wintertransfers. Stürmer Haaland schlug sofort ein und erzielte in wenigen Spielen Tor um Tor. Der 26-jährige Defensiv-Allrounder Can, der in Frankfurt geboren wurde und bereits für den FC Bayern München, Bayer 04 Leverkusen und den FC Liverpool spielte, überzeugte den BVB nach den nur drei Spielen offenbar ebenfalls - wenn auch nicht durch eine solch spektakuläre Spielweise wie bei Haaland: Als "Sechser", also als defensivster Mittelfeldspieler zentral vor der Abwehr soll Can vor allem die Defensive stabilisieren - aber auch als Bindeglied zwischen Abwehr und Mittelfeld die Bälle verteilen. "Er läuft viel, meidet keinen Zweikampf, er ist unglaublich wichtig für Umschaltsituation, dafür ist er mit seiner Physis prädestiniert", hatte es der verletzte BVB-Spielmacher Marco Reus vor der Partie beim Streamingdienst DAZN beschrieben. 

UEFA Champions League l BVB v PSG | Tor (imago images/M. Koch)

Haaland (r.) erzielt das 1:0 - später macht er noch das Siegtor zum 2:1 für den BVB

Und das ist genauso wichtig wie das Toreschießen. Denn das Umschaltspiel ist die Stärke des BVB. In der Offensive hat Dortmund schnelle Spieler. Den 19-jährigen Haaland zum Beispiel. Unbekümmert, super-schnell - der Norweger ließ die Superstars von PSG in vielen Situationen einfach stehen und zeigte auch auf internationaler Bühne seine unglaubliche Abgebrühtheit. Natürlich traf er wieder – so wie in seinem ersten Bundesligaspiel, dem ersten DFB-Pokal-Spiel und dem ersten Champions-League-Spiel für den BVB. Sogar doppelt (69.+77. Minute). Dennoch reichte es in der Bundesliga zuletzt trotz der acht Haaland-BVB-Tore wegen der wackeligen Abwehr nicht zu Siegen. Dafür soll nun Can sorgen. 

Der deutsche Nationalspieler erhofft sich natürlich ein Ticket für die EM, Spielpraxis dürfte er beim BVB im Vergleich zu Juve ausreichend bekommen. Gegen den französischen Serienmeister dürfte er daher zusätzlich motiviert gewesen sein, denn Bundestrainer Joachim Löw saß auf der Tribüne. 

PSG bekommt den neuen BVB zu spüren

Dass der BVB zwei Top-Spieler verpflichtet hat, sieht auch die Konkurrenz. Lob gab es von höchster Stelle: von Trainer Jürgen Klopp, der mit dem FC Liverpool die Champions League gewonnen hat. "Emre ist bei einem Klub, der wie die Faust aufs Auge zu ihm passt", sagte Klopp, der ihn aus gemeinsamen Liverpooler Zeiten kennt, der Bild-Zeitung. Das findet offenbar auch Can. "Ich hoffe, dass wir eine sehr erfolgreiche Zeit zusammen haben werden", sagte er nach der Partie bei DAZN. "Wir haben extrem gut verteidigt und nach vorn Nadelstiche gesetzt. Wenn wir alle gemeinsam verteidigen, dann können wir das. Paris hatte nur wenige Chancen, das muss man erstmal schaffen."  

UEFA Champions League l BVB v PSG (AFP/I. Fassbender)

Beeindruckende Choreo vor der Partie

Klopp traut seinem Ex-Verein BVB zudem "mit Can und Haaland noch einiges zu". Haaland hat nun zehn Tore in seinen ersten sieben Champions-League-Spielen geschossen (die ersten sechs Spiele absolvierte er in dieser Saison für RB Salzburg). Das ist Rekord. Für den BVB sind es nun elf Tore in sieben Pflichtspielen. "Er ist ein Tier, natürlich", gab der geschlagene PSG- und ehemalige BVB-Trainer Thomas Tuchel unumwunden zu Protokoll. Und dass damit ein Heimsieg über die Millionentruppe aus Paris heraussprang, obwohl Neymar zwischenzeitlich zum 1:1 traf (76.), ließ dann auch Emre Can hüpfen - gemeinsam mit Haaland und den Teamkollegen vor glückseligen Fans eines neu erstarkten BVB.

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