Boris Johnson auf Intensivstation verlegt | Aktuell Europa | DW | 06.04.2020
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COVID-19

Boris Johnson auf Intensivstation verlegt

Das Vereinigte Königreich bangt um seinen Premierminister: Der Gesundheitszustand des mit dem Coronavirus infizierten 55-Jährigen hat sich wohl erheblich verschlechtert.

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Außenminister Raab vertritt Johnson

Boris Johnson wurde auf Anraten seiner Ärzte auf die Intensivstation des St Thomas' Hospital verlegt, wie die Regierung in London mitteilte. Es sei eine Vorsichtsmaßnahme für den Fall, dass der britische Premierminister beatmet werden müsse. 

Der 55-Jährige war bereits am Sonntag in das Krankenhaus gebracht worden - "zu einigen Routinetests", hieß es zunächst. Im Laufe des Montags habe sich sein Zustand dann verschlechtert.

Hartnäckige Symptome

"Der Premier ist in hervorragenden Händen und dankt allen Mitarbeitern des (Gesundheitsdienstes) NHS für ihre harte Arbeit und ihr Engagement", erklärte sein Büro. Johnson sei bei Bewusstsein. Der Regierungschef habe Außenminister Dominic Raab gebeten, "ihn zu vertreten, wo es nötig ist".

England | Coronavirus | Britischer Premierminister Johnson auf Intensivstation (picture-alliance/empics/A. Chown)

Abgeschirmt: das St Thomas' Hospital in London

Johnson hatte seine Infektion mit dem COVID-19-Erreger Ende März öffentlich gemacht. Zunächst arbeitete er isoliert im Regierungssitz in der Londoner Downing Street weiter. In seinen Videobotschaften zur Coronavirus-Pandemie gab er sich optimistisch, er wirkte aber bereits angeschlagen und hatte auch sichtlich an Gewicht verloren. Nach Angaben eines Sprechers litt er unter Fieber und Husten, die Symptome ließen nicht nach. 

Noch Anfang März hatte Johnson damit geprahlt, dass er Menschen in einem Krankenhaus, darunter COVID-19-Patienten, die Hände geschüttelt habe. Das werde er auch weiterhin tun, sagte er damals. 

Chronisch unterfinanziert

Die britische Regierung steht im Kampf gegen die Pandemie unter starkem Druck: Durch einen Schlingerkurs verlor sie wertvolle Zeit, um den Ausbruch einzudämmen. Im chronisch unterfinanzierten NHS gibt es zudem nicht genügend Tests, Schutzausrüstungen und Beatmungsgeräte. Erste Kliniken meldeten sogar einen Mangel an Sauerstoff für die Beatmung der Lungenkranken. 

wa/ack (dpa, afp, rtr)

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