Boris Becker will seine Pokale behalten | Aktuell Europa | DW | 24.06.2018
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Insolvenzverfahren

Boris Becker will seine Pokale behalten

Finanziell geht es ihm gar nicht gut. Dennoch: Die im Rahmen eines Insolvenzverfahrens in England gestartete Versteigerung seiner Trophäen will der ehemalige Tennisprofi stoppen.

"Nächste Woche werden meine Anwälte in England eine einstweilige Verfügung beantragen, um die Versteigerung zu stoppen", sagte der 50-Jährige der "Bild am Sonntag". "Bei dieser Versteigerung geht es nur darum, mir persönlich wehzutun, weil ich natürlich emotional an den Trophäen hänge." Mit ganz viel Glück und einem echten Fan als Käufer brächten diese Gegenstände zusammen vielleicht 100.000 Euro. "Das ist aber nichts verglichen mit der geforderten Summe."

80 Stücke - alle aus besseren Zeiten

Am 28. Juni läuft eine Online-Auktion aus, bei der die Objekte versteigert werden. Darunter sind mehr als 80 persönliche Gegenstände des ehemaligen Tennisstars, unter anderem eine Goldene Kamera, ein Bambi sowie eine Replika des Wimbledon-Pokals. Eigentlich hätte das Insolvenzverfahren gegen den Tennisstar vergangene Woche auslaufen sollen, Becker wäre schuldenfrei gewesen. Doch das Verfahren wurde bis Ende Juli verlängert.

Becker hatte bereits vergangene Woche gesagt, er habe bei Schulden von 3,9 Millionen Euro Vermögenswerte in Höhe von rund 5,1 Millionen Euro hinterlegt. Grund für die Verlängerung sei, dass der Hauptgläubiger, eine englische Privatbank, meine, er schulde ihr mehr als doppelt so viel aufgrund von 25 Prozent Zinsen, die sie auf diese Schuld draufgerechnet habe.

Fälschen kann ich nicht

Zu Vorwürfen, er habe sich mit einem angeblichen Diplomatenpass der Zentralafrikanischen Republik Vorteile bei dem Insolvenzverfahren erhofft, sagte Becker der "Bild am Sonntag": "Ich würde diesen Status auch in keiner Weise für einen positiveren Ausgang des Verfahrens einsetzen." Vorhaltungen, er habe den Pass gefälscht, bezeichnete Becker als absurd. "Ich wüsste gar nicht, wie das geht."

ZEIT Konferenz Gesundheit in Hamburg | Boris Becker, ehemaliger Tennisspieler (Imago/C.E. Janßen)

Becker muss an vielen Fronten kämpfen - nach eigenen Angaben stört es seine Nachtruhe aber nicht

Becker hatte im April mitgeteilt, er sei zum Attaché für Sport, Kultur und humanitäre Angelegenheiten des bitterarmen Landes ernannt worden. Regierungsvertreter widersprechen dem aber.

Sich selbst bezeichnete Becker in dem Interview als friedvollen Menschen. "Aber wer mich provoziert, wer mich oder meine Familie angreift, mit dem kämpfe ich." Die deutsche Tennis-Legende fügte hinzu: Sein Leben sei immer schon extrem gewesen, auf allen Ebenen: "Wenn es regnet, gibt's bei Boris Becker Hurrikan. Und wenn die Sonne scheint, habe ich Kaiserwetter." Er schlafe aber trotzdem noch gut.

haz/se (dpa)

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