″Bombenzyklon″ wütet an US-Ostküste | Aktuell Amerika | DW | 02.03.2018
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Extremwetter

"Bombenzyklon" wütet an US-Ostküste

Überschwemmungen, Verkehrschaos, viele Haushalte ohne Strom: Einer der schwersten Winterstürme in der Region seit Jahren stellt den Osten der Vereinigten Staaten vor massive Probleme.

Der Wintersturm "Riley" überzog große Teile der US-Ostküste mit heftigem Regen, Schneefall und starken Windböen. Erfasst hat der Sturm alle Bundesstaaten von Virginia bis nach Maine ganz im Nordosten der Vereinigten Staaten. Besonders betroffen vom starken Regen und Schneefall waren die Bundesstaaten New Jersey und Massachusetts. Teile der Stadt Boston und kleinere Küstenorte waren überschwemmt.

Mindestens fünf Menschen kamen ums Leben. Ein sechs Jahre alter Junge starb, als ein Baum auf das Haus seiner Familie in Virginia stürzte, und ein Mann kam in dem Bundesstaat durch einen auf ein Fahrzeug gefallenen Baum ums Leben, wie die Polizei mitteilte. Ein 11-Jähriger wurde im Staat New York getötet, in Maryland und Rhode Island starben zwei Erwachsene bei Baumunfällen.

Für einige Gebiete Neuenglands sprach der Wetterdienst von einem "Ereignis auf Leben und Tod". Der Katastrophenschutz von Massachusetts erklärte: "Dies ist einer der extremeren Stürme der jüngsten Zeit." Die Behörden riefen die Menschen eindringlich dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.

Orte geflutet

Vielerorts kam es zu Überschwemmungen und erheblichen Beeinträchtigungen. Mehrere tausend Flüge mussten abgesagt werden. Das Bahnunternehmen Amtrak stellte in der betroffenen Region den Zugverkehr vorübergehend ein. Entlang der Küste wurde von Zehntausenden Stromausfällen berichtet, viele Schulen öffneten erst gar nicht.

Überschwemmung in Scituate / Massachusetts (Getty Images/S. Eisen)

Überschwemmt: die Ortschaft Scituate in Massachusetts

In der Hauptstadt Washington, wo Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern gemessen wurden, bescherte der Sturm den Bundesbeschäftigten ein verlängertes Wochenende: Ministerien und andere Bundesbehörden, aber auch Museen und der Zoo wurden geschlossen.

Donald Trump (picture alliance/AP Photo/G. Borgia)

Auch ein Wetter-"Opfer": Donald Trump

Selbst US-Präsident Donald Trump konnte eine geplante Dienstreise nicht wie üblich vom Militärflughafen Andrews antreten, weil dort die Startbahn in ungünstiger Richtung für den sehr starken Wind liegt. Seine Kolonne wurde zum Flughafen Dulles International umgeleitet.

Bei diesem Sturm handelt es sich um das Phänomen einer "Bombogenesis". Das beschreibt die rapide Verstärkung eines Tiefs - nach dem Aufeinanderprallen sehr kalter mit warmen Luftmassen. Für die Entladung wählen manche Meteorologen das Bild einer Bombe oder eines "Bombenzyklons".

wa/qu (dpa, afp)