Bolsonaro schickt Soldaten in den Regenwald | Aktuell Welt | DW | 24.08.2019
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Brasilien

Bolsonaro schickt Soldaten in den Regenwald

Brasiliens Präsident will das Militär einsetzen, um die vielen Waldbrände im Amazonasbecken zu stoppen. Soldaten würden die gewaltigen Feuer im Regenwald schon löschen, zeigte sich Bolsonaro sicher.

Der Regierung sei die Situation sehr bewusst, und sie werde genauso gegen "Umwelt-Kriminalität" vorgehen, wie sie gegen normale Kriminalität vorgehe. Das ungewöhnlich trockene Wetter sei der Grund, warum es in diesem Jahr zu so vielen Bränden komme, sagte er weiter. Das Verbreiten von "Falschinformationen" zur Lage im Norden Brasiliens trage jedoch nicht dazu bei, die Situation zu verbessern, sagte Jair Bolsonaro, der wegen der vielen Brände im Regenwald seit Wochen in der Kritik steht.

Trump will gerne helfen

US-Präsident Donald Trump dagegen nahm seinen Amtskollegen in Schutz. Er habe mit Bolsonaro gesprochen und ihm seine Hilfe angeboten, betonte der US-Präsident. "Unsere künftigen Handelsbeziehungen sind sehr aufregend und unsere Beziehung ist stark, stärker als je zuvor", schrieb Trump. "Ich habe ihm gesagt, wenn die Vereinigten Staaten bei den Bränden helfen können, sind wir dazu bereit."

Die Feuer im Amazonas-Gebiet haben in diesem Jahr nach brasilianischen Regierungsangaben massiv zugenommen und zwar um 83 Prozent. Satellitenaufnahmen zeigen eine Vielzahl von Bränden auch in abgelegenen Gebieten. Insgesamt wurden über 70.000 Brände registriert. Experten zufolge legen meist Farmer die Feuer, um neue Weideflächen zu schaffen. 

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte vor Beginn des G7-Gipfels, es handle sich hier um einen "Ökomord". Der Amazonas brenne, und das sei ein Thema, das die ganze Welt angehe, weil er eine Quelle der biologischen Vielfalt sei, betonte er. Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel wollen die Brände auch deshalb auf die Tagesordnung des G7-Gipfels am Wochenende in Biarritz setzen.

Grüne Lunge für die ganze Welt

Umweltschützer werfen Bolsonaro vor, den Amazonas-Regenwald durch Brandrodungen für Weideflächen zu zerstören - oder dies zumindest zu dulden. Der riesige Regenwald gilt als grüne Lunge der ganzen Welt und ist für den globalen Klimaschutz von hoher Bedeutung, weil er große Mengen an CO2 bindet. Bolsonaro hat sich bislang stets Ratschläge aus dem Ausland verbeten und diese in aggressiver Weise zurückgewiesen.

Der rechtspopulistische Präsident ist seit Jahresbeginn im Amt. Bolsonaro hat wegen seiner populistischen und häufig verletzenden Äußerungen in Medien auch den Beinamen "Tropen-Trump" erhalten. Immer wieder sucht er die Nähe zum US-Präsidenten.

haz/nob (rtr, dpa, afp)

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