Trauer um Filmlegende Dilip Kumar | Filme | DW | 07.07.2021
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Kino

Trauer um Filmlegende Dilip Kumar

Mit dem Tod des Bollywoodstars endet eine Ära der indischen Filmgeschichte. Der "König der Tragödie" starb im Alter von 98 Jahren.

Dilip Kumar war eine der größten Leinwandlegenden Bollywoods. Er prägte das "goldene Zeitalter" des indischen Kinos von den 1940er bis in die 1960er-Jahre. Nun ist er im Alter von 98 Jahren in der Millionenmetropole Mumbai gestorben. 

Der Bollywood-Star gehörte zu den einflussreichsten und erfolgreichsten Darstellern Indiens und war auch über Indiens Grenzen hinaus bekannt. Er blickte auf eine 50 Jahre währende Karriere zurück und wirkte in mehr als 65 Filmen mit. Seine letzten Tage hatte Kumar wegen Atemnot im Krankenhaus verbracht. 

Filmstill: Dilip Kumar hält ein Pferd, zwei Frauen sind im Film AAN - AAN neben ihm

Kumars Karriere als "König der Tragödie" begann in den 1940er-Jahren

Beileidsbekundungen bis in die Regierungsspitze

Landesweit zollten Filmstars und Politiker ihm in den sozialen Medien ihren Respekt und bekundeten ihr Beileid. Premierminister Narendra Modi sagte, Kumar werde den Menschen als "Filmlegende" in Erinnerung bleiben. "Er begeisterte sein Publikum über Generationen hinweg mit seiner beispiellosen Brillanz", schrieb Modi auf Twitter. "Sein Tod ist ein Verlust für unsere Kulturwelt."

 Dilip Kumar und seine Frau Saira Banu 2012

Dilip Kumar hinterlässt seine 22 Jahre jüngere Frau Saira Banu. Die Ehe war kinderlos.

Amitabh Bachchan, ein Bollywood-Kollege, äußerte sich "zutiefst traurig" über den Tod seines ehemaligen Co-Stars im Film "Shakti" von 1982. "Eine Institution ist verschwunden. Wann immer die Geschichte des indischen Kinos geschrieben wird, wird es immer 'vor Dilip Kumar und nach Dilip Kumar' heißen", sagte Bachchan.

Indiens tragischer Filmheld

Als Mohammed Yusuf Khan wurde Dilip Kumar 1922 in Peshawar, dem heutigen Pakistan, geboren. Seit er in den 1940er-Jahren nach Bollywood kam, war er unter dem Künstlernamen Dilip Kumar bekannt. Außerdem erhielt er den Spitznamen "König der Tragödie", weil er in vielen seiner Rollen einen Helden mit Liebeskummer spielte, der am Ende starb. Im realen Leben war er seit 1966 mit der Schauspielerin Saira Banu verheiratet.

Nahaufnahme Schauspieler und Schauspielerin in traditionellen indischen Kostümen. Er greift ihre Hand, sie wendet sich ab.

Als Filmheld hatte Kumar meist Pech in der Liebe

Der große Durchbruch gelang ihm 1946 mit dem Film "Mailand". Es folgten große Kassenschlager wie "Devdas", wo Kumar einen tragischen Säufer spielte, und "Mughal-e-Azam"; diesmal verkörperte er einen Mogul.

Der große Kinoerfolg "Mughal-e-Azam" wurde im Laufe von acht Jahren produziert und kam 1960 auf die Leinwand. Ein teures Unterfangen, das  zu jener Zeit mehr als 15 Millionen Rupien (170.000 Euro zum aktuellen Wechselkurs) verschlang. Die Investition lohnte sich, der Streifen wurde einer der umsatzstärksten Bollywood-Filme aller Zeiten.

Der Durchbruch im internationalen Film blieb aus

Wahrscheinlich wäre Kumar auch international berühmt geworden, hätte er die Hauptrolle des "Sherif Ali" in David Leans Klassiker "Lawrence von Arabien" angenommen. Das Angebot lehnt er 1962 jedoch ab. An seiner Stelle sagte der ägyptische Schauspieler Omar Sharif zu - und feierte fortan weltweit Erfolge.

Dilip Kumar trat zuletzt 1998 in einem Film auf und wechselte im selben Jahr in die Politik. Als Abgeordneter im Parlament setzte er sich für den Frieden zwischen Indien und Pakistan ein und erhielt dafür 1998 Pakistans höchste zivile Auszeichnung.

Kilip Kumar mit Tuch über der Schulter blickt in die Kamera.

Für sein Lebenswerk erhielt Dilip Kumar 2008 eine Auszeichnung bei der "National Film Award"-Zeremonie in Neu Delhi

Im Jahr 2008 wurde er in Anerkennung seiner Leistungen für das indischen Kino bei der Verleihung der indischen "National Film Awards" mit einer Auszeichnung für sein Lebenswerk geehrt. 2015 erhielt er den "Padma Vibhushan", Indiens zweithöchsten zivilen Verdienstorden.

adi/sms/suc (AFP, Reuters)

Adaption ins Deutsche: Gaby Reucher

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