Boeings neuer Jumbo kann fliegen | Aktuell Amerika | DW | 26.01.2020
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Luftfahrt

Boeings neuer Jumbo kann fliegen

Die 777X ist Boeings Langstrecken-Hoffnung und das größte zweistrahlige Flugzeug weltweit. 2021 sollen die ersten Maschinen ausgeliefert werden. Nun gelang der Jungfernflug.

USA Wirtschaft l Schwierigkeiten bei Erstflug von Boeing 777X (picture-alliance/AP/T. S. Warren)

Die größere der beiden Versionen soll einmal 777-9 heißen

Die Triebwerke sind so groß, dass beinahe der Rumpf einer 737 MAX hineinpassen würde. Die Tragflächen haben die größte Spannweite, die es je von Boeing gab, und sie verfügen über klappbare Flügelspitzen, damit die Jets in die Parkbuchten der anderen Flugzeuge passen. Der Langstreckenflieger fasst (je nach Konfiguration) mehr als 400 Passagiere und kann (je nach Konfiguration) mehr als 16.000 Kilometer ohne Zwischenlandung zurücklegen.

Und ebenfalls nicht ganz unwichtig: Boeings neuer Superflieger hat seinen Premierenflug offenbar ohne größere Probleme gemeistert. Vier Stunden lang war der Prototyp in der Luft. Dabei war der erste Start von Boeings neuem Flaggschiff bereits zweimal verschoben worden.

USA Everett Jungfernflug Boeing 777X (Getty Images/S. Brashear)

Man achte auf die hochgeklappten Flügelspitzen!

Potentieller Verkaufsschlager oder potentieller Flop?

Konnte diese Verzögerung noch aufs schlechte Wetter in und über Seattle geschoben werden, sind die Rückschläge bei der Entwicklung schwerwiegender. Die Flugzeuge sollten eigentlich schon ab Mitte 2020 ausgeliefert werden, doch Boeing musste den Termin aufgrund von Problemen mit dem Triebwerk und anderer technischer Pannen auf Anfang 2021 verschieben. Dann soll die erste 777X bei der staatlichen Fluggesellschaft des Emirats Dubai in Dienst gestellt werden.

309 Flugzeuge im Wert von jeweils mehr als 442 Millionen Dollar sollen bereits verkauft worden sein. Analysten bezweifeln jedoch, dass Boeing die Riesenjets wirklich zum Listenpreis losschlagen kann. Angesichts von Überkapazitäten und einer allmählich schwächelnden Weltwirtschaft sinkt die Nachfrage. Vor allem die Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten haben ihre Einkäufe zurückgeschraubt und bremsen ihren bisherigen Expansionsdrang.

USA Everett Jungfernflug Boeing 777X (Reuters/T. Sylvester)

Jungfernflug in eine ungewisse Zukunft: Die Boeing 777X

Gute Nachrichten sind überlebenswichtig

Dabei sind Maschinen wie die 777X oder der kürzlich eingeführte Airbus A350-1000, der etwa 360 Passagiere aufnehmen kann, so wirtschaftlich wie keine Flugzeuggeneration zuvor. Die beiden zweistrahligen Konkurrenten bieten eine Reichweite und Effizienz, mit der sie ältere vierstrahlige Jets immer mehr verdrängen.

Für Boeing wären gute Nachrichten indes überlebenswichtig. Der US-Konzern steckt wegen seiner 737 MAX in einer fast schon existenzbedrohenden Krise: Seit März gilt ein weltweites Flugverbot für das Flugzeug, nachdem bei zwei Abstürzen von Maschinen dieses Typs in Indonesien und Äthiopien insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen waren. Ermittler vermuten, dass die Unglücke mit einem Stabilisierungssystem zusammenhängen, das bei einem drohenden Strömungsabriss die Flugzeugnase nach unten drückt.

rb/nob (afp, rtr)

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