Boeing setzt auf ″grünes″ Wachstum | Wirtschaft | DW | 12.11.2011
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Boeing setzt auf "grünes" Wachstum

Und die richtige Strategie ist der Einsatz von kleinen, leichteren Flugzeugen, oder von großen?

Der Ansatz von Boeing ist eine möglichst große Auslastung, deswegen haben wir super-effiziente Flugzeuge in verschiedenen Größen. Wenn man zwischen zwei Orten 150 Menschen hin- und herfliegen kann, dann braucht man ein entsprechend anderes Flugzeug, als wenn 300 Passagiere die Route benutzen. Es geht darum, eine ganze Produktfamilie anzubieten.

Wenn Sie an Flugzeuge wie den Airbus 380 denken, der über 550 Passagiere transportieren kann, dann sehen Sie darin keine Konkurrenz?

Unser Ansatz ist ein anderer. Wir haben uns den Markt der super-großen Flugzeuge angesehen, und unserer Ansicht nach ist die Investition in diese Art von Flugzeug nicht rentabel. Der Markt ist nicht so groß. Wir hätten das tun können, aber wir waren der Ansicht, die anderen Marktgrößen zu bedienen, sei ein effizienteres und besseres Geschäft.

Haben Sie bei dieser Strategie speziell an den asiatisch-pazifischen Markt gedacht?

Wir schauen uns ständig in der ganzen Welt um, aber der asiatisch-pazifische Markt ist natürlich sehr wichtig für uns, deswegen sind wir auch hier auf dem APEC-Treffen, und er wächst sehr schnell. Es ist ein sehr variabler Markt, und unser Ansatz passt dazu.

Haben Sie Ihre Aufmerksamkeit vom transatlantischen zum transpazifischen Markt verschoben?

Nein, das würde ich nicht sagen. Es ist eine andere Art von Aufmerksamkeit. Der transatlantische Markt ist gesättigter, die Wachstumsrate ist geringer, genauso wie innerhalb der USA oder innerhalb Europas. Das heißt aber nicht, dass wir diese Märkte ignorieren. Es sind immer noch die zwei größten Luftfahrtmärkte der Welt. Man braucht eben einen anderen Ansatz.

Erwarten Sie aus den aufstrebenden Märkten wie China und Brasilien bald starke Konkurrenz?

Natürlich, und das begrüßen wir, denn es macht uns alle stärker, wir bleiben auf der Hut. Das gehört zum Geschäft. Für die aufstrebenden Hersteller agieren wir als Industrieführer und führen sie in die Geschäfte ein, damit wir uns auf faire Wettbewerbsregeln einigen können. Auf lange Sicht profitieren davon nicht nur die einzelnen Firmen, sondern auch die Menschen, die unsere Leistungen nutzen.

Wir sind hier bei dem Treffen der asiatisch-pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft, welches Ergebnis würden Sie denn gerne am Ende des Treffens sehen?

Nun, APEC ist kein Gipfel, auf dem bahnbrechende Beschlüsse gefasst werden. Ich denke, es wird einige Übereinkünfte geben, aber wir haben keine Erwartungen an ein bestimmtes Ergebnis am Sonntag. Aber wir möchten schon, dass die Bestrebungen, gleiche Bedingungen für alle zu schaffen, weiter betrieben werden, und dass das Verständnis von finanziellem, wirtschaftlichem und grünem Wachstum und von nachhaltiger Entwicklung vorangetrieben wird. Dies hier ist der Ort, um die Menschen zusammenzubringen, damit sie sich darauf einigen können, wie es weitergehen soll.

Bill Glover ist Vizepräsident für Umweltstrategie des Luft- und Raumfahrtunternehmens Boeing.

Autorin: Christina Bergmann, zurzeit Honolulu
Redaktion: Martin Schrader

Seiten 1 | 2 | vollständiger Artikel

Die Redaktion empfiehlt