Blutiger Angriff auf Dorf in Mali | Aktuell Afrika | DW | 10.06.2019
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Ethnische Konflikte

Blutiger Angriff auf Dorf in Mali

Bei einem bewaffneten Überfall auf ein Dorf im Zentrum des westafrikanischen Landes sind mindestens 95 Zivilisten getötet worden. Der Angriff richtete sich vermutlich gegen Angehörige der Volksgruppe der Dogon.

Mali | Soldaten am Flughafen von Mopti (Getty Images/AFP/M. Cattani)

Malische Soldaten und eine internationale Militärintervention haben dem Land bislang keine Sicherheit gebracht

Ein örtlicher Behördenvertreter sagte, die meisten Opfer seien verbrannt. Rund 20 Personen gelten als vermisst. In einer Erklärung der Regierung in Bamako heißt es, der Angriff auf den Ort Sangha in der Region Mopti erfolgte in der Nacht zum Montag. Er sei von "bewaffneten Männern, vermutlich Terroristen" ausgeübt  worden. Bei dem Überfall seien auch Häuser in Brand gesteckt und zahlreiche Tiere getötet worden.

Möglicherweise handelt es sich um einen Angriff durch Angehörige der Volksgruppe der Fulbe. Der ethnische Konflikt zwischen den Fulbe, die der Viehzucht nachgehen, und den Dogon, die Landwirtschaft betreiben, hat sich in den vergangenen Jahren verschärft. Häufig geht es dabei um seltene Weidegründe und Ackerflächen in der trockenen Sahelzone.

Mali | Kuhherde in Segou (Imago Images/Le Pictorium/N. Remene)

Die Rivalität zwischen den Fulbe, die Viehzucht betreiben, und den Dogon, die vom Ackerbau leben, hat sich verschärft

Beobachter bringen dies mit dem Erscheinen der dschihadistischen Gruppierung des Predigers Amadu Kufa in Verbindung, der vor allem unter den Fulbe Kämpfer für seine Organisation rekrutiert. Im März waren bei einem Angriff auf ein Dorf der Fulbe im Zentrum des westafrikanischen Lande rund 150 Menschen getötet worden.

Mali ist seit 2012 Aufmarschgebiet für islamistische Gruppierungen, die damals die Kontrolle über den Norden des Landes übernahmen. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein und drängte die Islamisten zurück. Trotz der Präsenz tausender internationaler Soldaten herrscht weiter Instabilität. Auch die Bundeswehr ist dort im Einsatz. Sie beteiligt sich unter anderem an der UN-Mission MINUSMA im Norden des Landes.

uh/sti (dpa, afp, rtr)

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