Blutige Attacke auf Migrantenlager in Libyen | Aktuell Afrika | DW | 03.07.2019
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Bürgerkrieg

Blutige Attacke auf Migrantenlager in Libyen

Viele Tote, zahlreiche Verletzte: Aus Libyen wird ein folgenschwerer Luftangriff auf ein Lager mit afrikanischen Flüchtlingen gemeldet. Trägt der abtrünnige General Haftar die Verantwortung dafür?

Bei einem Luftangriff auf ein Migrantenlager in einem Vorort der libyschen Hauptstadt Tripolis sind laut nach UN-Angaben mindestens 44 Menschen getötet worden. Etwa 130 Menschen wurden verletzt, sagte der Sprecher der libyschen Notfalldienste, Osama Ali. Es handle sich lediglich um eine "vorläufige Bilanz", die sich noch verschlimmern könnte. "Unter den Trümmern können noch viele weitere Leichen liegen", meinte auch ein Reporter.

In dem Lager in Tadschura sind vor allem Migranten aus dem Sudan, Eritrea und Somalia untergebracht, die auf ihrem Weg nach Europa in Libyen aufgegriffen wurden. Die Zustände in solchen Einrichtungen werden von Menschenrechtsgruppen und den Vereinten Nationen regelmäßig als unmenschlich bezeichnet.

Libyen Luftangriff Tajoura Detention Center bei Tripolis (Getty Images/AFP/M. Turkia)

Bombenkrater im Lager Tadschura

Verantwortliche des Lagers machten die Truppen des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar für die Attacke verantwortlich. Er führt die sogenannte Libysche Nationalarmee (LNA) an. Haftar-freundliche Medien vermeldeten am Dienstagabend eine "Reihe von Luftangriffen" auf Tripolis und Tadschura.

Ungeklärter Machtkampf

Haftar hatte Anfang April eine Offensive auf Tripolis gestartet, wo die international anerkannte Regierung Libyens ihren Sitz hat. Regierungstreue Truppen und Einheiten Haftars liefern sich seither erbitterte Kämpfe um die Kontrolle der Hauptstadt. Der abtrünnige General unterstützt eine Gegenregierung im Osten des Krisenstaates. Die Aussichten auf eine politische Lösung des Konflikts gelten derzeit als sehr schlecht.

wa/stu (afp, dpa, rtr)

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