Blinder Häftling in den USA hingerichtet | Aktuell Amerika | DW | 06.12.2019
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Todesstrafe

Blinder Häftling in den USA hingerichtet

Lee Hall ist der zweite blinde Häftling, der seit 1976 in den USA hingerichtet wurde. Er wurde wegen Mordes an seiner Ex-Freundin verurteilt. Als er das Verbrechen beging, konnte er noch sehen.

Symbolbild Tennessee Elektrischer Stuhl (picture-alliance/AP Photo/M. Humphrey)

Der Verurteilte entschied sich für den elektrischen Stuhl

Der 53-jährige Angeklagte Lee Hall wurde im US-amerikanischen Bundesstaat Tennessee hingerichtet. Er selbst wählte den elektrischen Stuhl. Hall wurde wegen eines Verbrechens aus dem Jahr 1991 verurteilt. Damals brachte er seine 22-jährige Freundin Traci Crozier um, indem er ihr Auto in Brand steckte. Crozier hatte sich von ihm trennen wollen. Sie erlitt schwere Verbrennungen und verstarb einen Tag später.

Als Hall verurteilt wurde, konnte er noch sehen. Er soll sein Augenlicht auf Grund einer unbehandelten Krankheit in der Haft verloren haben. Vor ihm wurde bislang nur ein blinder Insasse in den USA hingerichtet, seit das Oberste Gericht 1976 die Todesstrafe erneut eingeführt hatte. Es handelt sich um Clarence Ray Allen, der 2006 durch eine Giftspritze getötet wurde.

Anwälte blieben ohne Erfolg

Vor Halls Hinrichtung hatten dessen Anwälte über Monate hinweg versucht, die Exekution zu stoppen. Sie argumentierten, ein Jurymitglied, das für die Hinrichtung gestimmt hätte, sei befangen gewesen. Tatsächlich gab es Hinweise auf eine solche Befangenheit. Allerdings lehnten es sowohl das Oberste Gericht Tennessees als auch der Gouverneur des Bundesstaates, Bill Lee, ab, in dem Fall zu intervenieren. Der Republikaner Lee gilt als energischer Befürworter der Todesstrafe. 

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14 Jahre unschuldig in der Todeszelle

lh/haz (ap/rtr)

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