BioNTech beantragt Corona-Impfstoff-Zulassung für jüngere Kinder | Aktuell Europa | DW | 16.10.2021
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Coronavirus

BioNTech beantragt Corona-Impfstoff-Zulassung für jüngere Kinder

Wenn alles nach Plan läuft, gibt es in wenigen Wochen auch eine Zulassung für Corona-Impfungen für Kinder von 5 bis 11 Jahren. Die Unternehmen BioNTech und Pfizer stellten einen entsprechenden Antrag in Europa.

Berlin, Deutschland | Jakob Maske | Coronavirus - Impfung beim Kinder- und Jugendarzt

Ein Kinder- und Jugendarzt zieht in Berlin den Corona-Impfstoff Comirnaty von Biontech-Pfizer in eine Spritze

Das Mainzer Pharma-Unternehmen BioNTech und sein US-Partner Pfizer haben jetzt auch in Europa eine Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder von fünf bis elf Jahren beantragt. Beide teilten in Mainz und New York mit, dass sie der EU-Arzneimittelbehörde EMA die entsprechenden Daten zu den klinischen Untersuchungen übermittelt hätten. Dieselben Daten wurden bereits der US-Arzneimittelbehörde FDA übergeben. Dort hatten BioNTech und Pfizer am 7. Oktober die Notfallzulassung des Corona-Impfstoffs für Kinder von fünf bis elf Jahren beantragt.

Die klinischen Studien zeigen nach Angaben von BioNTech und Pfizer, dass der Impfstoff von Kindern in dieser Altersgruppe gut vertragen wird und eine stabile Immunantwort hervorruft. Die Probanden hätten eine vergleichbare Immunreaktion wie 16- bis 25-Jährige gezeigt. Die Dosierung wurde dabei auf zehn Mikrogramm pro Spritze reduziert. Bei älteren Menschen werden 30 Mikrogramm verabreicht.

An der Studie nehmen nach Angaben der Unternehmen insgesamt 4500 Kinder im Alter von einem halben Jahr bis elf Jahren teil, die Daten zu den Fünf- bis Elfjährigen beruhen auf 2268 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Beteiligt waren mehr als 90 Kliniken in den USA, Finnland, Polen und Spanien. Der Corona-Impfstoff von Pfizer und BioNTech ist in Europa für über Zwölfjährige bedingt zugelassen.

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Bedenken bei der Stiko

Bei der Ständigen Impfkommission (Stiko) in Deutschland stößt die Initiative zunächst auf Skepsis. Ein Stiko-Mitglied Martin Terhardt geht davon aus, dass die Zulassungsstudie noch keine ausreichenden Daten zu seltenen Impf-Nebenwirkungen bei Kindern enthält. Denn dafür sei die Testgruppe noch zu klein, sagte der Kinderarzt dem Berliner "Tagesspiegel". Solche Daten werde es erst geben, wenn der Impfstoff schon angewendet wurde. "Das ist anders als bei demImpfstoff für die über Zwölfjährigen, der in anderen Ländern schon benutzt wurde, als wir die erste Empfehlung dazu abgegeben haben", erläuterte das Stiko-Mitglied.

Er könne sich vorstellen, dass die Stiko bis zu einer ausreichenden Datenbasis zunächst allein wieder eine Empfehlung für Kinder mit bestimmten schweren Vorerkrankungen aussprechen werde, sagte der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. "Am meisten denke ich an die deutlich übergewichtigen Kinder- und Jugendlichen." Denn sie hätten definitiv ein höheres Risiko, an COVID-19 zu erkranken.

Kinder haben nach seinen Worten insgesamt ein deutlich geringeres Risiko, schwer an COVID-19 zu erkranken als Erwachsene. "Es gibt zwar deutlich seltener große Ausbrüche in Kitas und Schulen, aber es kommt eben doch vor, dass Kinder das Virus weitergeben", erklärte Terhardt. Wenn die Zahlen anstiegen, nähmen auch die schweren Verläufe zu. "Nur um die geht es uns. Um die normale Erkältung wegen Corona sorgen wir uns nicht."

kle/ack (dpa, afp)

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