Bio zwischen Wahn und Sinn | Alle multimedialen Inhalte der Deutschen Welle | DW | 29.05.2018
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Bio zwischen Wahn und Sinn

Biolebensmittel, das wollen immer mehr Menschen in der westlichen Welt – und sind bereit, für vermeintlich gesündere Ernährung deutlich mehr zu zahlen. Aber ist wirklich immer "Bio" drin, wo "Bio" drauf steht? Und wie lässt sich das nachweisen?

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Bauern müssen einen enormen Aufwand betreiben, um Bio-Richtlinien einzuhalten. Doch ob Bio-Lebensmittel wirklich weniger Schadstoffe enthalten als konventionell erzeugte Lebensmittel ist nicht bewiesen. Schadstofffreie Lebensmittel gibt es nicht und bislang fehlen verlässliche Tests, um ökologisch und konventionell hergestellte Lebensmittel zu unterscheiden. Das öffnet Tür und Tor für einen lukrativen Etikettierungsschwindel. So ist es kein Wunder, dass ausgerechnet zu Ostern das Angebot an Bio-Eiern viel größer ist als sonst im Jahr. Rein statistisch eine Manipulation, die jedoch schwer zu beweisen ist, weil die Unterschiede zwischen den beiden Produktionsprozessen für die Qualität der Ware offenbar kaum eine Rolle spielen. Irische Milchbauern beispielsweise dürfen ihre Milch vor allem deshalb nicht "Bio" nennen, weil die Weide, auf der die Kühe an mehr als 300 Tagen im Jahr stehen, mineralisch gedüngt wird. Doch dieser mineralische Dünger lässt sich in der Milch gar nicht mehr nachweisen, weil die Kuh selbst ein großer Bio-Reaktor ist. Im Durchschnitt enthält konventionelle irische Milch mehr Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien als Bio-Milch aus Deutschland. Der Grund ist das Futter: Deutsche Biobetriebe dürfen Kraftfutter und Silage zufüttern, um die Milchleistung zu erhöhen - dabei bleibt die Milchqualität auf der Strecke. Die Wissenschaftsdokumentation begleitet Wissenschaftler, die an Möglichkeiten forschen, ökologische und konventionell hergestellte Lebensmittel sicher zu unterscheiden. Kein leichtes Vorhaben: Fast jedes Nahrungsmittel benötigt ein spezielles Testverfahren. Eines ist jedoch sicher: Die biologische Landwirtschaft leistet einen großen Beitrag zum Wohl der Menschheit - beim Klimaschutz, Grundwasserschutz, Naturschutz und für das Tierwohl.