Bill Cosby im Missbrauchsprozess für schuldig befunden | Aktuell Amerika | DW | 26.04.2018
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USA

Bill Cosby im Missbrauchsprozess für schuldig befunden

Der US-Entertainer Bill Cosby ist in seinem Prozess wegen sexueller Nötigung schuldig gesprochen worden. Der einstige Comedy-Star musste sich wegen eines Falls aus dem Jahr 2004 verantworten.

Die zwölfköpfige Jury teilte ihre Entscheidung am Gericht in Norristown im US-Bundesstaat Pennsylvania mit. Sie sahen die Schuld des 80-Jährigen in allen Punkten der Anklage als erwiesen an. Möglicherweise muss er nun den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen.

Ein erster Prozess war vor rund zehn Monaten geplatzt, weil die damalige Jury sich auch nach tagelangen Beratungen nicht hatte einigen können. Beide Male ging es um die Frage, ob Cosby, der von zahlreichen Frauen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird, 2004 die frühere Universitätsangestellte Andrea Constand mit Tabletten hilflos gemacht und dann sexuell genötigt hat.

Vorwürfe bestritten

Cosby, der in den 80er Jahren mit der "Bill Cosby Show" weltberühmt geworden war, hatte die Vorwürfe immer zurückgewiesen. Er selbst hatte in beiden Prozessen nicht ausgesagt, aber über seine Anwälte mitteilen lassen, die Vorgänge seien einvernehmlich gewesen.

In einer außergerichtlichen Einigung wenige Monate nach dem Vorfall hatte er Constand bereits mehr als drei Millionen Dollar gezahlt. Cosbys Verteidigung hatte Constand als Trickbetrügerin dargestellt, die es auf das Geld des Entertainers abgesehen hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte Constand dagegen als Opfer beschrieben, auch sie selbst hatte sich im Zeugenstand so geäußert. Insgesamt haben bislang mehr als 50 Frauen Cosby öffentlich sexuelle Belästigung vorgeworfen, die meisten Fälle sind verjährt.

uh/sti (dpa, afp)