Biden setzt sich von Sanders ab | Aktuell Amerika | DW | 11.03.2020
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Vorwahlen der US-Demokraten

Biden setzt sich von Sanders ab

Er ist nicht richtig "super", aber ein weiterer durchaus wichtiger Dienstag in den Vorwahlen der US-Demokraten. Und Ex-Vizepräsident Joe Biden baut seinen Vorsprung vor dem linken Rivalen Bernie Sanders weiter aus.

US-Präsidentschaftskandidat Biden im Gespräch mit Arbeitern in einem Werk in Detroit (Reuters/B. McDermid)

Präsidentschaftskandidat Joe Biden sieht sich auf einem guten Weg

Beim "Mini Super Tuesday" wurden die Delegierten aus sechs US-Bundesstaaten bestimmt. Und Präsidentschaftsbewerber Joe Biden konnte seine Siegesserie vom echten "Super Tuesday" weitgehend fortsetzen. Neben dem wichtigen Bundesstaat Michigan, wo 125 Delegiertenstimmen vergeben werden, wurde der frühere US-Vizepräsident auch in Idaho, Mississippi und Missouri zum Gewinner erklärt, wie die TV-Sender Fox News, NBC und CNN übereinstimmend melden. Keinen eindeutigen Sieger gibt es bislang im Bundesstaat Washington.

Sein Kontrahent, der linksgerichtete Senator Bernie Sanders, entschied das Rennen in North Dakota für sich. 

Die Unterstützung der Schwarzen

Michigan ist ein sogenannter "Swing State", bei dem das Rennen zwischen Demokraten und Republikanern traditionell knapp ausfällt. Bei der Präsidentschaftswahl im November dürfte dem Bundesstaat wieder eine zentrale Rolle zufallen.

Missouri und Mississippi sind beides südliche Bundesstaaten mit einem verhältnismäßig großen Anteil an schwarzen Wählern, von denen viele Biden unterstützen - er war Stellvertreter des ersten schwarzen US-Präsidenten Barack Obama, der von 2009 bis 2017 im Amt war. Auch in anderen südlichen Bundesstaaten hat Biden in den bisherigen Vorwahlen teils fulminante Siege eingefahren. Noch vor eineinhalb Wochen war der Wahlkampf des 77-jährigen Politikers der Mitte fast schon totgesagt worden.

Noch ist das Rennen offen

Die Wende brachte dann ein spektakulärer Erfolg bei der Vorwahl im südlichen Bundesstaat South Carolina Ende vergangenen Monats. Am "Super Tuesday" vor einer Woche hatte Biden überraschend die Vorwahlen in zehn von 14 Bundesstaaten gewonnen. Seitdem ist wieder wahrscheinlicher, dass er den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im November herausfordern könnte.

Entschieden ist allerdings noch nichts, denn Senator Sanders hat bei seinen Anhängern nach wie vor starken Rückhalt. Der 78-Jährige vertritt dezidiert linke Positionen und will unter anderem eine gesetzliche Krankenkasse für alle US-Bürger einführen. Viele Demokraten befürchten, der selbsternannte demokratische Sozialist könnte Wähler der politischen Mitte vergraulen und als Präsidentschaftskandidat gegen Trump verlieren. Sanders hat trotz der Vorwahl-Schlappen angekündigt, im Präsidentschaftsrennen zu bleiben. 

Bei den Vorwahlen wurden bisher die Stimmen von knapp 47 Prozent der 3979 regulären Delegierten für den Parteitag der Demokraten vergeben. 1991 Delegiertenstimmen sind am Ende nötig für die Nominierung. Derzeit hat Biden mehr Stimmen als Sanders.

Wahlen in Zeiten von Corona

Die Vorwahlen finden unter dem Eindruck der sich auch in den USA verschärfenden Coronavirus-Krise statt. Sowohl Biden als auch Sanders sagten ihre für Dienstagabend geplanten Auftritte im Bundesstaat Ohio ab. Dort wird am Dienstag kommender Woche gewählt. Dann halten die Demokraten auch Vorwahlen in den Bundesstaaten Arizona, Florida und Illinois ab. Eine TV-Debatte zwischen Biden und Sanders am kommenden Sonntag wird ohne Publikum ausgetragen.

rb/ie/se/pg (afp, ap, dpa, rtr)

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