Biden: Corona-Falschinfos sind tödlich | Aktuell Amerika | DW | 17.07.2021
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COVID-19

Biden: Corona-Falschinfos sind tödlich

Fehlinformationen in sozialen Medien machen für US-Präsident Joe Biden Corona zu einer Pandemie der Ungeimpften. Damit seien die Online-Netzwerke für den Tod vieler Menschen verantwortlich.

USA Washington | Auf den Weg zum Camp David | President Biden

Joe Biden steht Reportern vor dem Abflug ins Wochenende Rede und Antwort

Auf die Frage eines Reporters, welche Botschaft er angesichts der Verbreitung von Falschinformationen für Plattformen wie Facebook habe, sagte US-Präsident Joe Biden: "Sie bringen Menschen um". Die Pandemie in den USA sei zu einer "Pandemie unter Ungeimpften" geworden, sagte Biden im Garten des Weißen Hauses.

Die US-Regierung macht Falsch- und Desinformationen in sozialen Netzwerken wie Facebook und Co. mitverantwortlich für die abwartende oder ablehnende Haltung vieler Amerikaner gegenüber den Corona-Impfstoffen. In den USA ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt in Gebieten mit niedrigerer Impfquote wieder rasant angestiegen, angetrieben von der besonders ansteckenden Delta-Variante des Virus.

Impfmüdigkeit macht sich breit

Die Impfkampagne macht dagegen nur noch langsam Fortschritte. Laut Gesundheitsbehörde CDC sind inzwischen mehr als 160 Millionen Menschen in den USA vollständig geimpft.  Gut 185 Millionen Menschen mindestens die erste Corona-Impfung bekommen - das entspricht rund 56 Prozent der gesamten Bevölkerung.

USA Corona-Pandemie Impfzentrum Citi Field New York

Sie wollen sich impfen lassen, Wartende vor einem Impfzentrum in New York

Erst vor kurzem hatte der oberste Gesundheitsbeamte der US-Regierung, Vivek Murthy, vor den Auswirkungen von Falschinformationen gewarnt. "Wir leben heute in einer Welt, in der Fehlinformationen eine unmittelbare und heimtückische Bedrohung für die Gesundheit unserer Nation darstellen." Im Durchschnitt der vergangenen Tage verzeichneten die USA demnach gut 26.000 Neuinfektionen pro Tag, was gegenüber der Vorwoche einem Anstieg von fast 70 Prozent entspricht. Auch die Zahl der Menschen, die mit COVID-19 ins Krankenhaus eingewiesen werde, und die durchschnittliche Zahl der pro Woche gemeldeten Toten würden steigen.

Während der Pandemie hätten Falschinformationen etwa dazu geführt, dass Menschen keine Masken getragen hätten. Nun würden sich Menschen aufgrund dessen entscheiden, sich nicht impfen zu lassen. Moderne Technologieunternehmen hätten es ermöglicht, dass "Fehlinformationen unsere Informationsumgebung vergiften", klagte Murthy.

Facebook wehrt sich

"Wir werden uns nicht von Vorwürfen ablenken lassen, die nicht von Fakten gedeckt sind", erklärte ein Unternehmenssprecher. Es sei eine Tatsache, dass mehr als zwei Milliarden Menschen wichtige und akkurate Informationen zum Coronavirus auf Facebook gefunden hätten. Zudem hätten 3,3 Millionen Amerikaner Facebooks Funktion genutzt, mit der Nutzer herausfinden können, wie und wo sie geimpft werden können.

qu/AL (dpa, rtr, ap)

 

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