Bewaffnete greifen Gefängnis in Dschalalabad an | Aktuell Asien | DW | 02.08.2020
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Afghanistan

Bewaffnete greifen Gefängnis in Dschalalabad an

Mutmaßliche Extremisten wollten in der ostafghanischen Stadt Gesinnungsgenossen befreien. Doch wurden sie in stundenlange Feuergefechte mit Sicherheitskräften verwickelt. Mindestens 20 Menschen wurden getötet.

Afghanische Sicherheitskräfte in Dschalalabad im Einsatz(Foto: Reuters/Parwiz)

Afghanische Sicherheitskräfte in Dschalalabad im Einsatz (Symbolbild)

Bei einem Überfall zur Befreiung von Häftlingen aus einem Gefängnis im Osten Afghanistans sind mindestens 20 Menschen, darunter Zivilisten und Sicherheitskräfte, getötet worden. 43 Menschen erlitten Verletzungen, wie die örtlichen Behörden mitteilten. 

Mehrere Angreifer zündeten vor der Haftanstalt in Dschalalabad, der Provinzhauptstadt von Nangarhar, eine Autobombe, eröffneten das Feuer auf Wachmänner und drangen in das Gebäude ein, wie ein Regierungssprecher von Nangarhar mitteilte. Zeitgleich seien mehrere andere Gebäuden unter Beschuss genommen worden.

Es gab heftige Feuergefechte mit den Sicherheitskräften. Im Zuge des Angriff etwa 700 Häftlinge aus dem Gefängnis entkommen, teilten die Behörden mit. Die Freigekommenen seien inzwischen aber von Sicherheitskräften wieder festgenommen worden. Die Angreifer hätten Teile der Haftanstalt unter ihrer Kontrolle.

Gemeinschaftliches Gebet in der afghanischen Provinz Khost anlässlich des Opferfestes Eid al-Adha (Foto:DW/F. Zahir)

Gemeinschaftliches Gebet in der afghanischen Provinz Khost anlässlich des Opferfestes Eid al-Adha

Die radikal-islamische Miliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte den Anschlag derweil für sich. Die Taliban dagegen wiesen jede Verantwortung von sich, da sie wegen des Opferfestes Eid al-Adha über das Wochenende eine landesweite dreitägige Feuerpause verkündet hatten. Sowohl Präsident Aschraf Ghani als auch die Taliban hatten im Vorfeld signalisiert, dass womöglich sofort nach dem Fest Friedensgespräche beginnen könnten. Ghanis Sprecher Sedik Sediki rief die radikal-islamischen Kräfte auf, die Feuerpause zu verlängern. "Wir hoffen, dass die Taliban nicht wieder mit der Gewalt anfangen", so Sediki. Die Provinz Nangarhar galt früher als Hochburg des Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).

sti/uh/kle (afp, dpa, rtr, ape)

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