Berlinale: Goldener Ehrenbär für Helen Mirren | Filme | DW | 27.02.2020
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Berlinale 2020

Berlinale: Goldener Ehrenbär für Helen Mirren

Sie kann Monarchinnen jeder Epoche verkörpern. Genauso perfekt schlüpft sie in die Rolle der Hauptkommissarin, Terroragentin oder Hausfrau. Auf der Berlinale wird Helen Mirren nun für ihr Lebenswerk geehrt.

"Nennen Sie mich nicht Ma'am - ich bin keine verdammte Königin", warnt Detective Chief Inspector Jane Tennison ihren Fahrer in der erfolgreichen britischen Fernsehkrimiserie "Heißer Verdacht" (Originaltitel: "Prime Suspect"). Dame Helen Mirren tritt darin als hartgesottene Kommissarin auf, die darauf besteht, von ihrem Personal mit "Boss" angesprochen zu werden.

Dabei spielte Mirren in den vergangenen fünf Jahrzehnten gleich mehrere Monarchinnen - angefangen bei Kleopatra im Jahr 1965, über ihre Oscar-prämierte Darstellung von Elisabeth II. in Stephen Frears "The Queen" (2006) bis zu ihrer jüngsten Hauptrolle in der HBO-Miniserie "Catherine the Great" (2019). Meisterhaft verkörpert Mirren die Anmut und Entschlossenheit berühmter weiblicher Herrscherinnen, die sich nur allzu oft mit der Bedrohung des Machtverlusts auseinandersetzen müssen.

Helen Mirren als Hauptkommissarin Jane Tennison in Heißer Verdacht (picture-alliance/United Archives/IFTN)

Helen Mirren als Hauptkommissarin Jane Tennison in "Heißer Verdacht"

Vom Schultheater zur Royal Shakespeare Company

Auch ihre eigene Familie hat vornehme Wurzeln, wie Mirren in ihrer 2008 erschienenen Autobiografie schreibt. Ihr russischer Großvater war Aristokrat. Pjotr Wassiljewitsch Mironow verlor jedoch nach der bolschewistischen Revolution seinen Status und Reichtum.

Mirren wurde am 26. Juli 1945 in London als Ilyena Lydia Mironova geboren. Während des Kalten Krieges ließen die Familienmitglieder ihre Namen anglisieren. Trotz der ärmlichen Verhältnisse, aus denen sie stammte, entwickelte Mirren eine Liebe zur Kunst und spielte im Schultheater mit.

Ihre Karriere begann, als sie in den 1960er Jahren in die Royal Shakespeare Company eintrat. Als einzige Schauspielerin verkörperte sie beide Queens Elizabeth für die Leinwand. Mirren schlüpfte aber nicht nur in königliche Rollen. So stürzte sie sich in Peter Greenways "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber" (1989) als Ehefrau in eine wilde Liebesaffäre oder griff in "Hitchcock" (2012) als versteckte Mitwirkende einem kreativen Genie unter die Arme.

In Die Frau in Gold spielt Mirren eine Jüdin, die um ein von Nazis gestohlenes Klimt-Gemälde kämpft (SquareOne Entertainment)

In "Die Frau in Gold" spielt Mirren eine Jüdin, die um ein von Nazis gestohlenes Klimt-Gemälde kämpft

Berlinale: Mirren erhält Ehrenbär für ihr Lebenswerk

Vor einigen Jahren übernahm Mirren eine Rolle, die ursprünglich für einen Mann geschrieben worden war. In "Eye in the Sky" (2015) spielte sie die amerikanische Nachrichtendienst-Offizierin Colonel Katherine Powell, Kommandantin einer geheimen Drohnenoperation, mit der hochrangige Al-Shabaab-Terroristen in Nairobi ausgeschaltet werden sollen.

Und Fans der "Fast & Furious"-Filmreihe wissen, dass Dame Helen Mirren auch in Action-Filmen sowohl Chefin als auch Königin sein kann. In der Actionreihe spielt sie die erfahrene Kriminelle und Mutter von Deckard, Hattie und Owen: Magdalene "Queenie" Shaw.

Die 70. Berliner Filmfestspiele feiern Helen Mirren nun als Königin der Schauspielkunst. Am 27. Februar erhält sie in der deutschen Hauptstadt den Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk.

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