Bericht: Trump will auch Sicherheitsberater McMaster feuern | Aktuell Amerika | DW | 16.03.2018
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USA

Bericht: Trump will auch Sicherheitsberater McMaster feuern

In den USA mehren sich die Anzeichen für eine baldige Entlassung des Nationalen Sicherheitsberaters McMaster. Während die Rauswürfe Trumps kompletten Stab in Aufregung versetzen, soll sich der Präsident glänzend fühlen.

H.R. McMaster (picture-alliance/Newscom)

Mit dem Rücken zur Wand: McMaster bei einer Kabinettssitzung

Im Weißen Haus bahnt sich einem Medienbericht zufolge die nächste Umbesetzung eines Spitzenpostens an: US-Präsident Donald Trump habe beschlossen, seinen Nationalen Sicherheitsberater Herbert Raymond "H. R." McMaster abzulösen, berichtete die "Washington Post" unter Berufung auf fünf mit den Plänen vertraute Personen. 

Über eine Ablösung des Drei-Sterne-Generals wird seit Wochen spekuliert. McMaster gilt als hochintelligent, sehr belesen und vergleichsweise moderat. Trump und er sollen sich persönlich nie gut verstanden haben. Laut "Washington Post" beschwerte sich Trump, McMaster sei zu steif. Seine Lagebesprechungen seien zu lang und offenbar belanglos. Kürzlich habe Trump dann Stabschef John Kelly gesagt, dass McMaster ausgewechselt werden solle.

Trump (M.) bei der Vorstellung McMasters (l.) als Nachfolger für seinen ersten Sicherheitsberater Flynn im Februar 2017 (Getty Images/N. Kamm)

Trump (M.) bei der Vorstellung McMasters (l.) als Nachfolger für seinen ersten Sicherheitsberater Flynn im Februar 2017

Die Entlassung stehe aber offenbar nicht umgehend bevor, so die Zeitung weiter. Trump wolle vermeiden, den 55-Jährigen zu demütigen. McMaster könnte demnach ins Militär zurückkehren und zum Vier-Sterne-General befördert werden. Seine Nachfolge im Weißen Haus ist offen. Als Kandidat wird auch der ehemalige Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen gehandelt, der knallharte Falke John Bolton.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, teilte im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, es gebe "keinen Wechsel" im Nationalen Sicherheitsrat. Sie habe mit Trump und McMaster gesprochen und diese hätten "entgegen den Berichten eine gute Arbeitsbeziehung". Allerdings hatte Trump auch Berichte über die bevorstehende Entlassung des inzwischen geschassten Außenministers Rex Tillerson noch im Dezember als "Fake News" bezeichnet.

Noch nie war ein Weißes Haus zu diesem frühen Zeitpunkt einer Regierung so sehr mit Abgängen, Rauswürfen und Wechseln konfrontiert wie unter Trump. Mit dem erst vor Tagen angekündigten Weggang von Trumps oberstem Wirtschaftsberater Gary Cohn und der abrupt vollzogenen Karriereende von Außenminister Tillerson scheint das Karussell noch lange nicht zum Stillstand gekommen zu sein. Neben McMaster gelten auch weitere Regierungsmitglieder als gefährdet. Wie verschiedene Zeitungen und der Sender CNN melden, wolle sich Trump noch mit Beratern umgeben, die weniger widersprächen und eine völlig auf ihn zugeschnittene Politik komplett mittrügen. Die "New York Times" hatte den Personalspekulationen zuvor auch den Namen von Stabschef und Ex-General John Kelly hinzugefügt. 

Auch Stabschef John F. Kelly soll auf der Abschussliste stehen (Picture-Alliance/AP Photo/S. Walsh)

Auch Stabschef John F. Kelly soll auf der Abschussliste stehen

McMaster ist bereits Trumps zweiter Nationaler Sicherheitsberater. Er war Michael Flynn nachgefolgt, der wegen falscher Angaben über seine Russland-Kontakte nach nicht einmal einem Monat im Amt seinen Hut nehmen musste. 

John Bolton wird als möglicher Nachfolger gehandelt - allerdings soll Trump dessen Schnurrbart missfallen (Getty Images/D. McCollester)

John Bolton wird als möglicher Nachfolger gehandelt - allerdings soll Trump dessen Schnurrbart missfallen

"Washington Post" und "New York Times" berichteten von einem Weißen Haus in heller Aufruhr angesichts der jüngsten Personalkapriolen. Jeder sei verunsichert. Trump aber genieße das sehr, fühle sich im Amt immer wohler und werte jüngste Ankündigungen als große Erfolge. Dazu zähle er Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte und die Ankündigung eines Gesprächs mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un.

stu/rb (rtr, dpa, afp)
 

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