Bericht: Immer mehr Asylbewerber aus Nigeria wollen nach Deutschland | Aktuell Deutschland | DW | 14.04.2019
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Bericht: Immer mehr Asylbewerber aus Nigeria wollen nach Deutschland

Die Zahl der Asylanträge von Nigerianern in Deutschland ist einem Medienbericht zufolge seit Jahresbeginn stark gestiegen. In den ersten drei Monaten ersuchten 3923 Nigerianer um Asyl. Im Dezember 2018 waren es noch 554.

Deutschland Asylbewerber in Heidelberg (DW/V. Kern)

Ein Asylbewerber aus Nigeria in einer Sammelunterkunft in Heidelberg (Archivfoto)

In den letzten drei Monaten des Jahres 2018 lag die Zahl noch bei 2.057 Erst- und Folgeanträgen, wie aus Statistiken des Bundesinnenministeriums hervorgeht. Die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten, im gesamten Vorjahr seien 10.168 Erstanträge von nigerianischen Staatsangehörigen registriert worden. Im Februar und März dieses Jahres rangierte Nigeria dem Bericht zufolge bereits auf dem zweiten Platz in der Reihenfolge der Herkunftsstaaten. Nur aus Syrien wurden noch mehr Asylanträge gestellt. 

Der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster wies darauf hin, dass viele Nigerianer aus Italien illegal nach Deutschland kämen. "Damit einher geht auch der Import krimineller mafiöser Strukturen, die sich dort gebildet haben", sagte er. Er forderte daher eine Ausweitung der Kontrollen der Bundespolizei an allen deutschen Grenzen. Fast alle nigerianischen Asylbewerber legten keine Papiere vor, was ihre Abschiebung bei einem negativen Asylbescheid erheblich erschwere. Schuster ist seit 2013 Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und seit 2018 Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages. 

Das Bundeskriminalamt geht dem Bericht zufolge Hinweisen auf Aktivitäten von drei nigerianischen Tätergruppen in der Schleuserkriminalität und der Zwangsprostitution nach. Schon 2017 habe das BKA Ermittlungen gegen 16 nigerianisch dominierte Gruppen der organisierten Kriminalität geführt.

Im Norden Nigerias bedroht die islamistische Terrororganisation Boko Haram die Sicherheit der Menschen. Bei Anschlägen und Angriffen der sunnitischen Fundamentalisten sind seit 2009 mindestens 20.000 Menschen zu Tode gekommen. Rund 2,5 Millionen sind vor der Gewalt im Nordosten des Landes geflohen. Nigeria ist schon seit längerem Hauptherkunftsland von Migranten, die über die zentrale Mittelmeerroute nach Europa streben.

kle/sti (dpa, afp, epd)

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