Bekenntnis zu Freihandel und internationaler Zusammenarbeit in Qingdao | Wirtschaft - aktuelle Nachrichten und Informationen | DW | 10.06.2018
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Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit

Bekenntnis zu Freihandel und internationaler Zusammenarbeit in Qingdao

Harmonie in Asien: Es ist nicht allzu viel Fantasie vonnöten, um das Gipfeltreffen der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit als gelungene Gegenveranstaltung zum G7-Gipfel einzustufen.

Stolze Herrenriege in Qingdao - angeführt vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping (Foto: Reuters/Sputnik/Kremlin/D. Azarov)

Stolze Herrenriege in Qingdao - angeführt vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping (Vierter von rechts)

Mit einem Bekenntnis zum Freihandel und zur internationalen Zusammenarbeit hat Chinas Präsident Xi Jinping auf einem asiatischen Regionalgipfel ein Gegengewicht zum turbulenten G7-Treffen gesetzt. "Wir sollen eigennützige, kurzsichtige und intransparente Politik zurückweisen", sagte Xi auf dem Gipfel der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in der chinesischen Stadt Qingdao. Er warnte vor "Unilateralismus, Handelsprotektionismus und Widerstand gegen die Globalisierung."

Xi sprach sich für die "Fortsetzung der Kooperation zum gegenseitigen Vorteil" aus. Ohne die USA oder deren Präsidenten Donald Trump ausdrücklich zu nennen, fuhr der Präsident fort: "Wir sollten die Mentalität des Kalten Kriegs und die Konfrontation zwischen den Blöcken zurückweisen und uns gegen die Praxis verwahren, auf Kosten anderer die absolute Sicherheit für sich selbst anzustreben."  Die beiden Länder drohen einander mit Zöllen auf Waren im Gesamtwert von jeweils bis zu 150 Milliarden Dollar.

Putin über Trump: Tadel wegen Iran, Lob wegen Nordkorea  

Zur SOZ gehören China, Russland, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan sowie die Neumitglieder Pakistan und Indien. Der Iran hat Beobachterstatus und bemüht sich um eine Vollmitgliedschaft. Der russische Präsident Wladimir Putin kritisierte scharf den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran. Washingtons Entscheidung, die Vereinbarung zu beenden, könnte sich "destabilisierend" auf die Situation in der Region auswirken, sagte Putin in Qingdao. Gleichzeitig bekräftige er, dass Russland sich an das Abkommen halten werde. Zuvor hatte sich der iranische Präsident Hassan Rohani bei einem Treffen mit Putin  einen stärkeren Austausch mit Russland gewünscht. Ein ernsthafter und wichtiger Dialog sei erforderlich. Der iranische Präsident fügte hinzu, dass die Beziehungen zu Russland sich positiv entwickelten.

Sichtbar gute Laune auch beim Treffen der Präsidenten aus Moskau und Teheran, Wladimir Putin und Hassan Rohani (Foto: Getty Images/AFP/A. Zemlinachenko)

Sichtbar gute Laune auch beim Treffen der Präsidenten aus Moskau und Teheran, Wladimir Putin und Hassan Rohani

Positiv bewertete Putin dagegen den bevorstehenden Gipfel von Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Singapur. Es sei eine positive Entwicklung, dass Pjöngjang, Seoul und Washington die Absicht hätten, sich um eine umfassende Beilegung der Krise zu bemühen. Russland und China hätten stets die Wichtigkeit von Gesprächen betont, um die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu verringern. In Singapur will Trump will das abgeschottete kommunistische Regime Nordkoreas dazu bewegen, vollständig atomar abzurüsten. 

Anders als der G7-Gipfel in Kanada lief das zweitägige Treffen in Qingdao harmonisch und ohne offenen Streit ab.

sti/kle (afp, dpa, rtr)