Beckenbauer rät Löw zu Härte | Sport | DW | 19.07.2018
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WM-Aufarbeitung

Beckenbauer rät Löw zu Härte

In die Debatte um die WM-Pleite der DFB-Elf schaltet sich nun auch Franz Beckenbauer ein. Der Teamchef der Weltmeister von 1990 empfiehlt Bundestrainer Joachim Löw indirekt, sich von erfahrenen Spielern zu trennen.

DFB Bundestag Joachim Löw und Franz Beckenbauer (picture-alliance/nordphoto)

Franz Beckenbauer (l.) und Joachim Löw beim DFB-Bundestag im Oktober 2013

Franz Beckenbauer empfiehlt Bundestrainer Joachim Löw nach dem Debakel bei der Fußball-WM in Russland eine konsequente Linie ohne Rücksicht auf Namen. "Löw muss bei der Nominierung hart sein, Dankbarkeit bringt ihn nicht weiter", sagte der 72-Jährige der "Bild"-Zeitung.

"Null Laufbereitschaft"

Dass Löw seine Arbeit nach dem Vorrunden-Aus fortsetze, sei eine vernünftige Entscheidung, aber kein Neuanfang: "Jogi wird einiges verändern müssen, nachdem ihm erfahrene Spieler den Einsatz verweigerten." Beckenbauer führt den WM-K.o vor allem auf die mangelhafte Einstellung der Nationalspieler zurück: "So kann man keine WM spielen", sagte der Teamchef der deutschen Weltmeister-Mannschaft von 1990: "Fußball ist in erster Linie ein Laufspiel. Es bestand aber null Bereitschaft dazu. Die Mannschaft hat eher das Gegenteil dessen gemacht, was ihr Löw aufgetragen hat."

Miese Stimmung in den Vereinen

Bundestrainer Löw traf sich am Donnerstag den zweiten Tag in Folge in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt am Main mit seinem Trainerstab und Teammanager Oliver Bierhoff, um das historische Scheitern nach der WM-Vorrunde in Russland aufzuarbeiten. Nach Vorgabe des DFB soll die Analyse bis zum Start der Bundesliga-Saison am 24. August abgeschlossen sein.

Auch in den Vereinen gärt es. "Die Stimmung ist ganz mies", sagte Hermann Winkler, Präsident des Sächsischen Fußballverbands im ZDF-Morgenmagazin. Es gebe eine Entfremdung der Fans von der  "recht abgehobenen, teilweise arrogant auftretenden" Nationalmannschaft, so Winkler: "Wir haben eine Krise. Es ist die größte im DFB und in der Nationalmannschaft, seit ich denken kann. Wegducken hilft uns nicht weiter."

sn/ck (dpa, sid, ZDF)

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