Bayern wird Meister - oder doch nicht? | Fußball | DW | 13.08.2015
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Fußball

Bayern wird Meister - oder doch nicht?

Die Fußball-Bundesliga bietet in ihrer 53. Saison einige Neuerungen. Geblieben ist aber, dass fast alle den FC Bayern als haushohen Titel-Favoriten sehen. Doch ein Verein schickt sich an, die Münchener richtig zu ärgern.

Bayern München wird nach Meinung der Experten abermals das Nonplusultra in der kommenden Spielzeit sein. Auch ohne den zu Manchester United abgewanderten Bastian Schweinsteiger gilt Pep Guardiolas Starensemble in der Saison 2015/2016 als Top-Meisterschaftsfavorit. Sollten die Bayern auch am 14. Mai 2016 ganz oben stehen, wären sie der erste Verein, der das zum vierten Mal nacheinander schafft. Das ist das Ziel, "ein gutes", wie Trainer Guardiola befindet. "Diese Spieler können das zum ersten Mal schaffen", sagt der Spanier mit Blick auf den historischen Rekord.

Allerdings hat sich der Bundesligazweite aus Wolfsburg vorgenommen, den Bayern in puncto Meisterschaft Konkurrenz zu machen. Das hört sich verwegen an, ist aber durchaus ernst gemeint. Spätestens mit dem Sieg im Supercup gegen den deutschen Rekordmeister hat der VfL seine Position als Bayern-Jäger Nummer eins untermauert. "Wir haben nach dem zweiten Titel in so kurzer Zeit Blut geleckt", sagt Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking und hat dabei noch den Triumph im DFB-Pokal vor gut zwei Monaten gegen Borussia Dortmund im Kopf. "Wir werden den Bayern keine Ruhe lassen", betont Verteidiger Ricardo Rodriguez. Wichtig wäre dabei allerdings, dass der überragende Spielmacher Kevin de Bruyne nicht doch noch den Verlockungen des Geldes erliegt und zu Manchester City wechselt.

Den Europapokal im Blick

BVB-Trainer Thomas Tuchel sitzt auf der Reservebank (Foto: Revierfoto)

Zurück in die Zukunft: mit BVB-Trainer Thomas Tuchel

Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen und - nach eigenem Bekunden - auch wieder Borussia Dortmund mit Jürgen-Klopp-Nachfolger Thomas Tuchel werden sich im Kampf um das internationale Geschäft Konkurrenz machen. Denn beim BVB wächst nach der ernüchternden letzten Saison wieder der Glaube an die eigene Stärke. Anders als noch bei Tuchels Vorstellung Anfang Juni formuliert Hans-Joachim Watzke die Ziele mittlerweile so: "Wir sehen uns als Herausforderer für die Top Vier und wollen zurück in die Champions League", sagt der BVB-Geschäftsführer.

Ob auch Schalke 04 im Kampf um einen Platz in der Königsklasse wieder mitmischen kann, wird stark davon abhängen, ob es der neue Trainer André Breitenreiter versteht, die Einzelkönner auf dem Platz wieder zu einem Kollektiv zu formen. Leicht wird es der Nachfolger von Trainer Roberto Di Matteo nicht haben.

Banger Blick nach unten

Beim Hamburger SV geht wohl der Kampf um den Titel "Bundesliga-Dino" weiter. Interessant wird sein, ob es das einzig noch nicht abgestiegene Gründungsmitglied der höchsten deutschen Spielklasse schafft, den dritten Abstiegs-Relegationsplatz in Folge zu vermeiden. Trainer Bruno Labbadia bleibt vorsichtig: "Man muss es abwarten. Man hat bei jeder Saison viele Hoffnungen gehabt, die dann enttäuscht wurden. Ich hoffe wirklich sehr, dass es diesmal zu einem anderen Beginn kommt." Ob der Coach damit das Eröffnungsspiel der Saison meint? Denn das bestreiten die Hamburger am Freitag (14. August, 20.30 Uhr MESZ) ausgerechnet bei Rekordmeister Bayern München. Zudem war die Vorbereitung der Hamburger mit dem Aus in der 1. Runde des DFB-Pokals und einer in einem Park gefundenen Gehaltsliste der HSV-Profis nicht gerade sehr ruhig.

Fans des FC Ingolstadt bejubeln den Aufstieg ihrer Mannschaft (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Es ist geschafft: Die Fans des FC Ingolstadt bejubeln den Aufstieg ihrer Mannschaft in die 1. Fußball-Bundesliga

Ein Neuling und ein Rückkehrer bereichern die Liga, allerdings könnten die beiden Aufsteiger unterschiedlicher kaum sein. Zweitligameister FC Ingolstadt ist seit 1963 der 54. Verein in der Beletage des deutschen Fußballs. Trainer Ralph Hasenhüttl bezeichnet seinen Club als "absoluten Underdog", will mit dem FCI aber "eine Bereicherung sein". Das klingt nach Understatement, wenn man berücksichtigt, dass der erst im Jahr 2004 entstandene Klub mit dem Autokonzern Audi einen äußerst finanzkräftigen Sponsor im Rücken hat.

Ganz anders Darmstadt 98: Bei dem von Dirk Schuster trainierten Traditionsverein herrscht Euphorie. Dass nach zwei Aufstiegen hintereinander die Stimmung kippen könnte, erwartet Clubchef Rüdiger Fritsch nicht. "Unsere Fans wissen, wo wir herkommen. Ich glaube nicht, dass wir so viele Event-Fans haben. Wer sich zweieinhalb Stunden auf die Gegengerade, in die Nord- oder Südkurve stellt, der hat wirklich Interesse am Fußball", sagt er mit Blick auf das marode Stadion. Auch wenn der Verein als krasser Außenseiter in die Saison geht, ist Fritsch in puncto Klassenerhalt zuversichtlich. "Ich sage, wir schaffen das. Wir werden unsere Darmstädter Tugenden in die Waagschale werfen. Da müssen die Gegner erstmal dagegenhalten, wenn sie gegen uns punkten wollen."

Ein Blick auf die "Neuen"

Bayern Münchens Neuzugang Arturo Vidal fasst sich an den Kopf (Foto: Thomas Eisenhuth/dpa)

Arturo Vidal: der "Kämpfer" jetzt in Diensten der Bayern

Bei der Verpflichtung von Topstars übten sich die Bundesligisten in Zurückhaltung - wieder einmal mit Ausnahme von Bayern München. Der chilenische Nationalspieler Arturo Vidal ist der Königstransfer des deutschen Meisters und gleichzeitig der Bundesliga-Neuzugang mit dem größten Starpotenzial.

Die Konkurrenten hielten sich beim Kauf neuer Stars hingegen zurück, die namhaftesten Transfers fanden innerhalb der Liga statt. In Wolfsburg setzt man große Hoffnungen in Max Kruse, der aus Mönchengladbach kam. Schalke vertraut auf die Tore des Ex-Bremers Franco di Santo, und Pokalfinalist Dortmund erhofft sich von Gonzalo Castro von Bayer Leverkusen viel. Interessant wird werden, ob Bundesliga-Rückkehrer Kevin Kuranyi bei 1899 Hoffenheim noch einmal zu ganz großer Form auflaufen kann.

Die Armbanduhr im Blick

Die Armbanduhr ist Bestandteil der Fußball-Torlinientechnik Hawk Eye (Foto: EPA/OLAF KRAAK dpa Bildfunk)

Die Armbanduhr entscheidet, ob Tor oder nicht

Seine Bundesliga-Premiere feiert das sogenannte "Hawk Eye". Mit der Einführung der Torlinientechnologie soll die Frage "Tor oder nicht" der Vergangenheit angehören. Eine "richtige und überfällige Entscheidung", meint Alexander Rosen, Direktor Profifußball bei 1899 Hoffenheim - der Verein, der im Oktober 2013 das Phantomtor von Leverkusens Stefan Kießling kassiert hatte."Es gibt nichts Besseres", erklärt Herbert Fandel, Chef der DFB-Schiedsrichterkommission, zum "Hawk Eye", das bereits im letzten DFB-Pokalfinale eingesetzt worden war.

Einen Zuschauerrekord wird es übrigens kaum geben angesichts der kleinen Stadien der Aufsteiger aus Ingolstadt und Darmstadt. In der zurückliegenden Spielzeit kamen insgesamt rund 13 Millionen Besucher zu den 306 Spielen. Das entsprach einem Durchschnitt von rund 42.500 Zuschauern, was in der neuen Spielzeit kaum zu erreichen sein wird.

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