Bayern wählt neuen Landtag | NRS-Import | DW | 14.09.2013
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Bayern wählt neuen Landtag

Eine Woche vor der Bundestagswahl wird in Bayern ein neuer Landtag gewählt. Die CSU von Ministerpräsident Seehofer kann den Umfragen zufolge auf eine absolute Mehrheit hoffen.

Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren hatte die Christlich-Soziale Union schwere Verluste von 17 Prozentpunkten hinnehmen müssen und ihre absolute Mehrheit verloren. Nur eine Koalition mit der FDP sicherte die Regierungsmacht.

Im Herbst 2013 sieht es ganz anders aus, glaubt man den Demoskopen. Nach deren Umfragen kann die Partei von Ministerpräsident Horst Seehofer mit 47 bis 48 Prozent der Stimmen rechnen und die absolute Mehrheit der Sitze im Landtag in München gewinnen.

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Bayern vor der Landtagswahl

Die FDP liegt danach bei drei bis fünf Prozent der Stimmen und muss um den Wiedereinzug in das Landesparlament bangen. Der SPD mit dem Münchner Oberbürgermeister Christian Ude als Spitzenkandidaten werden 18 bis 21 Prozent der Stimmen prognostiziert, die Grünen können nach den Umfragen mit zehn bis 13 Prozent rechnen. Die Freien Wähler - seit 2008 erstmals in einem Landesparlament vertreten - liegen bei sieben bis acht Prozent. Die Oppositionsparteien setzen auf noch unentschlossene Wähler und eine Aufholjagd auf den allerletzten Metern.

Münchens Oberbürgermeister Ude zapft das erste Bierfaß auf dem Oktoberfest 2012 an - Ministerpräsident Seehofer (r) applaudiert (Foto:dapd)

Münchens Oberbürgermeister Ude zapft das erste Bierfaß auf dem Oktoberfest 2012 an - Ministerpräsident Seehofer (r) applaudiert

Mit einem Machtwechsel in Bayern ist dennoch wohl nicht zu rechnen. Er hätte in dem seit Jahrzehnten von der CSU dominierten süddeutschen Bundesland eine historische Dimension. Allerdings: Umfragen zufolge war wenige Tage vor der Wahl noch fast die Hälfte der Bayern unentschlossen, ob und wen sie wählt. Zur Landtagswahl aufgerufen sind rund 9,5 Millionen Bürger. Um die 180 Sitze im Landtag bewerben sich 15 Parteien mit insgesamt 1769 Kandidaten. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate kann die Zahl der Sitze auch zunehmen.

Vom Wahlausgang im Freistaat erhoffen sich alle Parteien ein starkes Signal für den Schlussspurt bis zur Bundestagswahl am 22. September. Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU, und ihr SPD-Herausforderer Peer Steinbrück hatten Bayern deshalb zu Schwerpunkten ihrer Wahlkampagnen gemacht. Steinbrück sagte der Berliner Zeitung "Tagesspiegel am Sonntag": "Ein deutlicher Zuwachs der Landes-SPD würde uns eine Woche später sehr helfen." Die SPD habe die Bundestagswahl 2009 auch deshalb verloren, weil die Sozialdemokraten in Bayern deutlich schlechter als die Partei im Bundesdurchschnitt abgeschnitten hätten.

Er halte es "nach wie vor für möglich, dass Horst Seehofer nicht die absolute Mehrheit bekommt und die SPD im Süden besser abschneidet als vorausgesagt", gab sich Steinbrück optimistisch. Seehofer warnte hingegen vor zuviel Siegeszuversicht seiner Partei. Die absolute Mehrheit sei "von allen Möglichkeiten die unwahrscheinlichste", sagte er dem Bayerischen Rundfunk.

  • wl/re (dpa, afp, rtr)

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