Bayern mit Offensivgeist ins Schlüsselspiel | Fußball | DW | 16.03.2016
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Fußball

Bayern mit Offensivgeist ins Schlüsselspiel

Im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League empfängt der FC Bayern München den italienischen Rekordmeister Juventus Turin. In der entscheidenden Saisonphase muss Trainer Pep Guardiola allerdings ein Luxusproblem lösen.

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Guardiola: "Ich akzeptiere den Druck"

Im dichten Schneetreiben absolvierte der FC Bayern München sein Abschlusstraining. Bis auf die Langzeitverletzten musste Trainer Pep Guardiola lediglich auf Arjen Robben verzichten. Der Offensivmann laboriert derzeit an einer leichten Erkältung und wird für das Duell gegen Juventus Turin ofenbar auch nicht rechtzeitig fit werden. Das berichteten übereinstimmend mehrere Medien am Mittwochvormittag. Ansonsten kann Guardiola im Mittelfeld und speziell auf den Offensivpositionen aus dem Vollen schöpfen: Insgesamt zehn Spieler stehen nach dem 2:2 im Achtelfinal-Hinspiel für das zweite Duell gegen die alte Dame zur Verfügung - für nur sechs Positionen.

Robert Lewandowski und Thomas Müller sind offensiv gesetzt. Auf dem linken Flügel muss Guardiola zwischen dem zuletzt nicht mehr so schwungvollen Künstler Douglas Costa und dem aufstrebenden Routinier Franck Ribery wählen. Im zentralen Mittelfeld ist die Entscheidung noch kniffliger. Wer darf neben dem gesetzten Ex-Turiner Arturo Vidal ran? Xabi Alonso als Stabilisator oder der beim 5:0 gegen Bremen groß aufspielende Techniker Thiago? "Es können nicht alle spielen, das ist manchmal schwer für mich", betonte Guardiola unlängst - doch für den Spanier ist es ein Luxusproblem.

Italien Fußball UEFA Champions League Juventus Turin - FC Bayern München Pep Guardiola

Bis auf die Abwehr kann Guardiola (Foto) aus dem Vollen schöpfen

Immer wieder hatte er in den vergangenen Wochen deutlich gemacht, "dass wir unsere Ziele nur erreichen können, wenn alle dabei sind". Dies unterstrich auch der angeschlagene Superstar Robben: "Mit elf Spielern gewinnst du keine Titel." Dies hatte der Rekordmeister in den vergangenen beiden Jahren in der Königsklasse schmerzvoll erfahren müssen. Da wichtige Spieler im Schlussspurt oft gefehlt hatten, war im Halbfinale gegen Real Madrid und Barcelona jeweils Endstation gewesen. Dies soll sich in der letzte Champions-League-Saison von Guardiola nicht noch einmal wiederholen.

Vidal die Schlüsselfigur?

Kapitän Philipp Lahm sei "sehr, sehr positiv gestimmt", was die Partie gegen Juventus angeht. "Für uns zählt, wenn man auswärts 2:2 spielt, nur das Weiterkommen", betonte der 32-Jährige. Schon ein 0:0 oder 1:1 würde den Bayern zum Einzug ins Viertelfinale genügen. Lahm rechnet mit einem "ähnlichen" Spiel wie vor drei Wochen in Turin. Bayern werde offensiv mit viel Ballbesitz agieren und Juventus eher auf Münchner Ballverluste sowie Konter lauern. "Wir werden unser Spiel nicht ändern. Wir sind eine Mannschaft, die sehr offensiv agiert", betonte Lahm.

Besonders im Fokus wird Vidal stehen. Der 28-Jährige ist auf das Wiedersehen mit den Ex-Kollegen besonders heiß. Nach der starken Vorstellung im Hinspiel, setzt Guardiola wohl auch in München auf den in der Bundesliga zuletzt geschonten Mittelfeldstar. "Arturo war die letzten Spiele top", sagte Guardiola. Besonders baut der Trainer auf die Körperlichkeit und Aggressivität, die Vidal in den vergangenen Spielen gezeigt hatte. Damit könnte der Mann mit der Kampffrisur Schlüsselspieler für die aufreibenden Duelle mit Europas Elite sein.

"Juventus spielt immer defensiv"

"Wir müssen sehr intelligent spielen. Es wird ein sehr kompliziertes Spiel", mahnte Guardiola. Spielkontrolle, Fehlervermeidung und eine hohe Effektivität bei den Torchancen lauten die zentralen Vorgaben des Trainers. "Man kennt die Mentalität der italienischen Mannschaften. Juventus spielt immer defensiv, spielt auf Konter, versucht es mit Freistößen und Eckbällen. Diese Situationen müssen wir kontrollieren", sagte Ribery.

Auch die Juve-Spieler freuen sich auf den Schlagabtausch mit dem Rekordmeister aus Deutschland. "Wir haben verstanden, dass wir den Bayern wehtun können", sagte Abwehrspieler Patrice Evra. "Jetzt wissen wir, dass die Bayern verwundbar sind." Unterdessen spielt Turins Trainer Massimiliano Allegri die Bedeutung des Spiels ein wenig herunter: "Diese Partie und die Champions League überhaupt sind eine Besessenheit der Journalisten, für uns hingegen nur ein Traum. Falls es nicht klappt, konzentrieren wir uns eben weiter auf Scudetto und Pokal." Doch damit werden sich die Spieler um den Ex-Münchener Mario Mandzukic und Sami Khedira wohl kaum zufriedengeben.

tk/jk (sid, dpa)

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