Bayern empfangen Benfica: Endspiel für Niko Kovac? | Fußball | DW | 26.11.2018
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Trainerdiskussion in München

Bayern empfangen Benfica: Endspiel für Niko Kovac?

Der FC Bayern tritt an diesem Dienstag in der Champions League gegen Benfica Lissabon an. Ist es das letzte Spiel unter der dem Coach Niko Kovac? Mögliche Nachfolger auf dem Trainerposten werden bereits gehandelt.

Es gehört zu den Eigenheiten des Fußball-Geschäfts, dass in Krisenzeiten viele Meinungen auf einen Klub einprasseln. Das gilt insbesondere für den FC Bayern, der in der Bundesliga seit jeher polarisiert. Dass sich nun aber ausgerechnet Friedhelm Funkel kritisch zum deutschen Rekordmeister äußerte, ist eine Erwähnung wert. Denn der Trainer von Fortuna Düsseldorf gilt seit mindestens zwei Jahrzehnten als die Loyalität in Person, wenn es um Klubs geht, die außerhalb seines Einflussbereiches liegen. Aber in diesem Fall machte der 64-Jährige eine Ausnahme. Funkel konnte gar nicht glauben, was für eine schwache Leistung die Münchner am vergangenen Wochenende beim 3:3 gegen sein Team angeboten hatten. "Wenn ich sehe, wie Boateng beim zweiten Tor auf Abseits spielt, mein lieber Mann, das war schon dramatisch", analysierte Funkel nach dem Spiel: "Da kann kein Trainer der Welt etwas dafür, wenn Boateng auf Abseits spielt, nur weil er sich zu bequem ist, hinterherzurennen."

Große Macht der Altstars

Funkel wollte seinem Münchner Kollegen Niko Kovac offensichtlich zur Seite springen, denn dessen Probleme sind nach dem Tiefschlag vor eigenem Publikum ernst. Aus Sicht des erfahrenen Fußballlehrers liegt das Problem offenbar nicht in erster Linie beim Münchener Trainer. An diesem Dienstagabend wird Kovac die Geschicke der Bayern beim Champions-League-Gruppenspiel gegen Benfica verantworten.

Und wohl nur noch ein (Fußball-) Wunder kann den Job des 47-Jährigen retten. Die derzeitige Bayern-Bilanz in der Bundesliga ist jedenfalls ernüchternd. Platz fünf mit neun Punkten Rückstand auf Borussia Dortmund, sowie 17 Gegentreffer nach nur zwölf Spieltagen sind für die Münchner eine schlechte Ausbeute. Und: Die Macht der Altstars beim FC Bayern scheint größer zu sein als die Loyalität von Präsident Uli Hoeneß zu seinem Coach. Das bekam mit Carlo Ancelotti, der auch den Rückhalt im Team vermisste, auch einer der Vorgänger Kovacs zu spüren.

Nachfolger werden bereits gehandelt

Bayern-Präsident Hoeneß hatte noch vor kurzem angekündigt, den Trainer "bis aufs Blut verteidigen" zu wollen. Am Samstagabend in den Katakomben der Münchner Arena unterließ es der 66-Jährige allerdings, seinem Coach Rückendeckung zu geben. "Wir spielen sehr schlechten Fußball, einen uninspirierten Fußball und einen Fußball ohne Selbstvertrauen", so Hoeneß. Alles Vorwürfe, die den Trainer hart treffen dürften. Umso erstaunlicher, mit welcher Haltung Kovac sich zuletzt immer wieder vor seine Spieler gestellt hatte.

Dass selbst Neuzugang Leon Goretzka ("dazu sage ich jetzt gar nichts.") ein Bekenntnis zu Kovac unterließ, deutet auf interne Unstimmigkeiten hin. Und so werden bereits die möglichen Kovac-Nachfolger gehandelt. Arsène Wenger soll ein Kandidat sein. Der 69-Jährige wäre sofort verfügbar, hat große Erfahrung nach 22 Jahren als Trainer beim FC Arsenal und er spricht sehr gut Deutsch.

Robben formuliert Appell an das Team

Außerdem sind derzeit Ex-Leipzig-Coach Ralph Hasenhüttl und Real-Madrid-Ikone Zinedine Zidane ohne Vertrag. Auch Antonio Conte, zuletzt beim FC Chelsea tätig, dürfte in den Überlegungen der Münchner vorkommen. "Wenn du unten am Boden bist, musst du aufstehen und Stärke zeigen – als Mannschaft. Das ist die einzige Botschaft jetzt für uns: zusammenreißen. Am Dienstag zählt nur eines: Wir  müssen gewinnen", sagt Arjen Robben. Doch egal, wie die Partie gegen die Portugiesen enden wird: Die Wahrscheinlichkeit, dass Niko Kovac eine langfristige Zukunft beim FC Bayern hat, ist nach dem erneuten Heimdebakel am Wochenende ganz sicher nicht gestiegen. 

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