Bayer Leverkusen bleibt Tabellenführer | Sport | DW | 16.12.2020
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12. Spieltag

Bayer Leverkusen bleibt Tabellenführer

Leverkusen lässt Köln im rheinischen Derby keine Chance. Lewandowski dreht für Bayern das Spiel gegen Wolfsburg. Auch Leipzig und Augsburg gewinnen ihre Spiele. Schalke verliert schon wieder, diesmal gegen Freiburg.

Ausgerechnet zwei ehemalige Kölner sind entscheidend am Derby-Sieg von Bayer Leverkusen beim 1. FC beteiligt. Mitchell Weiser, in Köln ausgebildet und dessen Vater schon jahrelang in der Domstadt aktiv war, eröffnete den Torreigen des Tabellenführers mit einem gekonnten Volleyschuss von der Strafraumkante schon in der 8. Minute. Nur zwei Minuten später war es Moussa Diaby, der zum 2:0 nachlegte. "Wir hatten keine Chance", bekannte Kölns Torwart Timo Horn nach der Partie, die schon nach einer Stunde gelaufen war. Patrik Schick (55.) und Florian Wirtz (59.) erzielten die weiteren Treffer für die Gäste. Wirtz war als 16-Jähriger aus Köln auf die andere Rheinseite nach Leverkusen gewechselt, was seinerzeit zu Dissonanzen zwischen den Klubs geführt hatte. Inzwischen ist Wirtz einer der größten Hoffnungsträger des deutschen Fußballs.

Arbeitssieg für Leipzig

RB Leipzig bleibt ein heißer Kandidat auf den Titel. Zwar fehlte dem 1:0 (0:0) bei der TSG Hoffenheim der Glanz, aber am Ende stand dank einer guten kämpferischen Einstellung ein Auswärtssieg. Stürmer Yussuf Poulsen (60.) schoss das entscheidende Tor in einer intensiven Begegnung, in der zunächst die Gastgeber Mitte der ersten Halbzeit die ersten große Chance hatten, als Kasim Adams per Kopf vergab. Nach dem Wechsel drückten die Sachsen auf den Führungstreffer, der dann Poulsen auch gelang. Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann war zufrieden: "Solche Spiele sind zäh. Am Ende sind es aber diese wichtigen Punkte, die man sammeln muss. Wir haben ein bisschen Abstand auf den Vierten. Das ist sehr wertvoll. Das gibt uns den Fokus, oben dran zu bleiben."

Lewandowski rettet Bayern

Leroy Sane war kaum auf dem Platz, da waren ihm schon drei kapitale Fehler unterlaufen. Nach wenigen Minuten verstolperte der Nationalspieler eine Chance gegen den VfL Wolfsburg, dann unterlief ihm ein haarsträubender Fehlpass, ehe er im eigenen Strafraum so kläglich zu klären versuchte, dass daraus eine Einladung zum Torschuss von Maximilian Philipp wurde. Die ließ sich der Wolfsburger nicht entgehen - 1:0 für den VfL, der in München bisher noch nie in der Bundesliga gewinnen konnte. 

Die Münchener taten sich schwer, wie schon so häufig in den vergangenen Wochen. Aber im Zweifel ist Verlass auf Robert Lewandowski. Kurz vor dem Pausenpfiff nickte der Pole eine Flanke von Kingsley Coman aus kurzer Distanz ins Netz, fünf Minuten nach Wiederanpfiff vollendete er nach einem Boateng-Pass über 40 Meter trocken ins linke untere Eck. Für "Lewy" waren es die Bundesliga-Tore Nummer 250 und 251. 

Deutschland Fussball Bayern München gegen VfL Wolfsburg

Weckruf nach fünf Minuten: Philipp (nicht im Bild) trifft zum 1:0 für Wolfsburg, Bayerns Abwehr ist geschlagen

Gouweleeuw sichert den Auswärtssieg

"Der Sieg war Gold wert", kommentierte Augsburgs Sportdirektor Stefan Reuter das 1:0 (0:0) seines Teams bei Arminia Bielefeld. In der Tat verschaffte der Dreier in Ostwestfalen den Schwaben ein Polster auf die Abstiegszone. In der tummelt sich weiter die Arminia, die über weite Strecken der Partie mindestens gleichwertig, allerdings vor dem Tor zu harmlos war. "Wir tun uns einfach schwer, Tore zu schießen, das kann man nicht erklären", sagte der momentan verhinderte und frustrierte Torjäger Fabian Klos. So war es Jeffrey Gouweleeuw, der in der Schlussphase per Flachschuss aus elf Metern zum Matchwinner wurde. 

Schalke verliert "Sechs-Punkte-Spiel"

Langsam wird´s eng für Tasmania Berlin. Der Rekord mit 31 Spielen ohne Sieg gerät in erste Gefahr. Schalke 04 ist nach dem 0:2 (0:0) zuhause gegen den SC Freiburg nur noch drei Niederlagen oder Unentschieden entfernt. Hatten die Schalker am Wochenende beim 2:2 in Augsburg noch eine ganz passable Leistung gezeigt und mussten erst in der Nachspielzeit den Ausgleich hinnehmen, so war die Vorstellung nun gegen die direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt erschreckend schwach. Nur selten schafften es die Gastgeber gefährlich vor das Tor der Breisgauer.

Deutschland Bundesliga Torwart Ralf Faehrmann nach dem Tor von Freiburg

Frustriert: Schalke-Schlussmann Ralf Fährmann

In der ersten Halbzeit konnten sie sogar froh sein, dass Schiedsrichter Sven Jablonski ein Handspiel von Salif Sane im Strafraum nicht mit einem Strafstoß ahndete. Die Tore für Freiburg fielen auch so. Der starke Roland Sallai münzte seine beiden Chancen souverän in zwei Tore um. Das 1:0 machte er per Kopfball-Verlängerung, das 2:0 war ein gekonnter Lupfer über den herauseilenden Schalker Torwart Ralf Fährmann. Freiburg macht mit dem Sieg einen Sprung aus der Abstiegszone, Schalke zementiert den Platz am Ende der Tabelle.

Gladbach hadert mit dem Videobeweis

Dramatisch bis zum Schluss war das 3:3 (3:1) zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach: zwei Elfmeter, ein Platzverweis und drei Treffer von Gladbachs Kapitän Lars Stindl - zwei davon in der Nachspielzeit. "Wir haben alles investiert und auch emotional auf den Platz gebracht. Hätten wir noch ein paar Minuten länger gespielt, hätten wir vielleicht noch gewonnen", befand Stindl.

Lange hatte es allerdings nach einer Gladbacher Niederlage ausgesehen. Frankfurt, seit nun neun Spielen sieglos, schoss in der ersten Halbzeit drei Treffer in nur zehn Minuten. Die zwischenzeitliche Führung zum 2:1 war jedoch umstritten, weil der Ball bei einem Freistoß nicht geruht hatte. Dies allerdings ist keine Sache für den Videoschiedsrichter, sondern fällt unter die Tatsachenentscheidung. Bei der Borussia stieß das auf Unverständnis. 

Fußball Bundesliga Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach | Ausgleich 3:3

Kapiätn Lars Stindl (M.) freut sich über sein Tor zum 3:3

Die Borussia kann ihren Negativtrend dennoch nicht abwenden: Nur sieben Punkte aus den letzten sechs Spielen stehen in der Bundesliga zu Buche, der volle Terminkalender und die dadurch entstandene Dauerbelastung spielt dabei wohl auch eine entscheidende Rolle.

Dass auch Marco Rose weiter eine zentrale Rolle im Verein spielt, davon ist Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl überzeugt: Momentan liege die Wahrscheinlichkeit bei 99 Prozent, dass der Coach über den Sommer hinaus in Gladbach bleibt, "weil er einen Vertrag hat, weil wir erfolgreich sind und weil es nichts gibt", sagte Eberl dem TV-Sender Sky. Einen Anruf von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke habe er noch nicht bekommen. Nach der Entlassung von Trainer Lucien Favre bei Borussia Dortmund wird Rose wird als einer seiner Nachfolger gehandelt.

Union und VfB im Höhenflug

Ähnlich dramatisch wie in Frankfurt ging es auch in Stuttgart zu - auch hier stach ein Joker: Doppeltorschütze Sasa Kalajdzic. Mit dem Schlusspfiff kam der VfB Stuttgart noch zum 2:2-Ausgleich gegen Union Berlin. Doch beide Vereine gehen als Gewinner vom Platz. Mit jeweils vier Siegen und sechs Unentschieden sammelten die beiden Überraschungsteams 18 Punkte an den bisherigen zwölf Spieltagen. So setzt man sich oben fest.

Die frechen Hauptstädter sahen zunächst wie die sicheren Sieger aus, allein in der ersten Halbzeit hatten sie zwölf Torschüsse. Stuttgart konnte nicht an die 5:1-Torgala gegen Dortmund anknüpfen, die Offensivwechsel des Aufsteigers wurden aber am Ende dennoch belohnt.

Kein "Total"-Umbruch beim BVB

Gab sein Startelfdebüt in der Bundesliga: Youssoufa Moukoko (2.v.l.)

Gab sein Startelfdebüt in der Bundesliga: Youssoufa Moukoko (2.v.l.)

Es war die einzige Änderung, die der neue Interimstrainer Edin Terzic bei seiner Bundesliga-Premiere in der Startelf vornahm - und die sorgte für das zweite Debüt des Abends: Das 16-jährige Ausnahmetalent Youssoufa Moukoko durfte erstmals von Beginn an spielen. Der ehemalige Favre-Assistent verzichtete also auf einen Total-Umbruch. Sein Motto: Ein Tor mehr erzielen als der Gegner und nicht nur Gegentore verhindern. Das hat geklappt: Dortmund gewann mit 2:1 (1:1) bei Werder Bremen und damit zum ersten Mal nach drei sieglosen Bundesligaspielen. "Spielerisch war es noch nicht das, wie wir uns das bis zum Ende vorstellen. Viel wichtiger ist aber, dass wir eine Reaktion gezeigt haben", sagte Terzic dem TV-Sender Sky. 

In einem wenig hochklassigen Spiel trennten sich Hertha BSC und der FSV Mainz mit 0:0. Mainz bleibt mit erst sechs Punkten weiter tief in der Abstiegszone.

Der 12. Bundesliga-Spieltag in Zahlen:

Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach 3:3 (3:1)
Tore:
0:1 Stindl (14. Minute), 1:1 Silva (22./Handelfmeter), 2:1 Silva (24.), 3:1 Barkok (32.), 3:2 Stindl (90./Foulefmeter), 3:3 Stindl (90.+5)
Gelb-rote Karte: Abraham (81./wiederholtes Foulspiel)

Hertha BSC - FSV Mainz 05 0:0 (0:0)
Tore: -

Werder Bremen - Borussia Dortmund 1:2 (0:1)
Tore: 
0:1 Guerreiro (12.), 1:1 Möhwald (29.), 1:2 Reus (79./Nachschuss Foulelfmeter)

VfB Stuttgart - 1. FC Union Berlin 2:2 (0:1)
Tore: 
0:1 Friedrich (4.), 0:2 Awoniyi (77.), 1:2 Kalajdzic (85.), 2:2 Kalajdzic (90.)

Schalke 04 - SC Freiburg 0:2 (0:0)

Tore: 0:1 und 0:2 Sallai (50./68.) 

Arminia Bielefeld - FC Augsburg 0:1 (0:0)

Tor: 0:1 Gouweleeuw (85.)

Bayern München - VfL Wolfsburg 1:2 (1:1)

Tore: 0:1 Philipp (5.), 1:1 Lewandowski (45.+1), 2:1 Lewandowski (50.)

1. FC Köln - Bayer Leverkusen 0:4 (0:2)

Tore: 0:1 Weiser (8.), 0:2 Diaby (10.), 0:3 Schick (54.), 0:4 Wirtz (59.)

TSG Hoffenheim - RB Leipzig 0:1 (0:0)

Tor: 0:1 Poulsen (60.)
 

 

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