Bank of England: Großbanken für harten Brexit gewappnet | Aktuell Europa | DW | 28.11.2017
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Großbritannien

Bank of England: Großbanken für harten Brexit gewappnet

Die wichtigsten britischen Kreditinstitute können auch einen "harten" Brexit verkraften. Zu diesem Ergebnis kommt die britische Notenbank nach ihrem jährlichen Stresstest. Die Entwarnung gilt jedoch mit Einschränkungen.

UK London | Skyline des Londoner Finanzzentrums The City (picture alliance/dpa/D. Kalker)

Skyline des Londoner Finanzzentrums "The City"

"Die Bank von England kommt zu dem Urteil, dass das Bankensystem die Realwirtschaft selbst in dem unwahrscheinlichen Fall eines ungeordneten Brexits weiterhin unterstützen kann", sagte Notenbankchef Mark Carney bei der Vorlage des Finanzstabilitätsberichts der Bank of England in London. Unklar ist laut Carney, ob die Widerstandskraft der Institute ausreicht, sollte der Zeitpunkt des Ausscheidens Großbritanniens aus der EU mit einer schweren Rezession zusammenfallen.

Großbritannien London - Mark Carney von der Bank of England verlässt Number 10 Downing Street (Reuters/S. Wermuth)

Sieht die britischen Bank für den Brexit gewappnet: Mark Carney, Gouverneur der Bank of England

In ihrem jährlichen Stresstest spielten die britischen Bankaufseher durch, was mit den größten Instituten des Landes im Falle bestimmter negativer Entwicklungen geschehen würde. Dabei berücksichtigen sie einen starken wirtschaftlichen Abschwung, eine Abwertung des Pfunds um ein Viertel, ein Einbruch der Häuserpreise sowie von Kreditausfällen infolge starker Arbeitslosigkeit und anziehender Zinsen. Laut der Bank of England sei das Szenario härter gewesen als während der vergangenen Finanzkrise, erklärte die Bank of England.

Zwei Großbanken mussten Nachbessern

Fünf der sieben einbezogenen Großbanken bestanden den Stresstest ohne Weiteres. Zwei jedoch überschritten Warnmarken: Barclays und die verstaatlichte Royal Bank of Scotland. Beide Banken hätten jedoch Maßnahmen ergriffen, um ihr Kapital zu stärken, weshalb keine weiteren Schritte notwendig seien, erklärte die britische Notenbank. Je mehr Kapital Kreditinstitute vorhalten, desto besser können sie Wirtschafts- und Finanzkrisen überstehen.

Video ansehen 04:57
Jetzt live
04:57 Min.

Londons Banker fürchten den Brexit

Der Stresstest hätte zwar nicht explizit das anstehende Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union zum Thema gehabt. Es seien aber wirtschaftliche Risiken eingeflossen, die mit dem Brexit in Verbindung stehen könnten, erklärte die Notenbank.

Derzeit verhandeln in Brüssel Unterhändler der britischen Regierung mit der Europäischen Union über die Modalitäten eines Ausstiegs aus dem Staatenbund. Dieser Schritt soll im März 2019 vollzogen werden. Notenbank-Chef Carney forderte bei der Vorstellung des Finanzstabilitätsberichts erneut eine "rechtzeitige Vereinbarung" über den Brexit. Dabei plädierte er für eine großzügige Übergangszeit, um die Risiken für die Finanzstabilität Großbritanniens zu reduzieren.

ww/kle (dpa, rtr)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema