Bald Funkstille zwischen Nord- und Südkorea | Aktuell Amerika | DW | 09.06.2020
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Asien

Bald Funkstille zwischen Nord- und Südkorea

Besonders viel zu sagen hatten sie sich ohnehin nicht mehr. Doch dass die Kommunikation zwischen Nord- und Südkorea vollständig zum Erliegen kommen könnte, stellt doch eine neue Qualität im gespannten Verhältnis dar.

Nordkorea Aufruf zur Einstellung der Flugblattkampagne gegen Pjöngjang (picture-alliance/Yonhap)

Von Südkorea aus losgeschickte Ballons mit Flugblättern im Grenzgebiet

Nordkorea will die Kommunikationsverbindungen zu  Südkorea komplett kappen. Die Maßnahme werde am Dienstagmittag (Ortszeit) wirksam, berichteten die Staatsmedien. Dazu gehörten auch die Leitungen zwischen den Regierungen sowie zwischen den Streitkräften beider Länder. Zur Begründung hieß es, Südkorea verhalte sich "verräterisch und durchtrieben".

Verärgert über Flugblätter

Zuletzt hatte Pjöngjang verärgert über erneute Propagandaaktionen von Aktivisten und nordkoreanischen Flüchtlingen in Südkorea reagiert. Sie hatten an der Grenze etwa eine halbe Million Flugblätter mit Kritik an der kommunistischen Führung in Pjöngjang in riesigen Ballons verpackt in Richtung Norden geschickt.

Bereits vergangene Woche hatte vor diesem Hintergrund Kim Yo Jong, die einflussreiche Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, mit dem Rückzug Pjöngjangs aus einem Militärabkommen mit Südkorea gedroht. Der für die Beziehungen zum Süden zuständige Regierungssprecher drohte außerdem mit "verschiedenen weiteren Maßnahmen" zur Bestrafung Seouls. Pjöngjang bereite Maßnahmen vor, "an denen der Süden bald leiden wird", sagte er.

Kein Friedensvertrag

Süd- und Nordkorea befinden sich bis heute formal im Kriegszustand, weil nach dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 kein Friedensvertrag geschlossen wurde. Seitdem trennt eine entmilitarisierte Zone die beiden Teile der koreanischen Halbinsel.

ml/rb (rtr, dpa)

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