Autophagie - die Müllabfuhr im Körper | Wissen & Umwelt | DW | 03.10.2016
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Wissen & Umwelt

Autophagie - die Müllabfuhr im Körper

Entsorgen oder recyceln wir unseren Abfall nicht, drohen wir irgendwann darin zu ersticken. Ähnlich ist es auch mit unserem Körper. Er hat ein raffiniertes System entwickelt, das uns gesund hält.

Wie funktioniert die Müllabfuhr in unseren Zellen? 

Erkennt das Entsorgungssystem in unseren Zellen, dass ein Defekt vorliegt, bestimmte Zellbestandteile aus dem Ruder laufen oder zu alt sind, wird es aktiv. Dann sammelt es den zellulären Abfall, bündelt und verpackt ihn. Anschließend wird das Müllpaket in die Lysosomen transportiert. Diese Zellorganellen sind quasi die Müllverwertungsanlage unserer Zellen. Dort wird der Abfall durch verschiedene Enzyme in seine Grundbausteine zerlegt. Die Bestandteile, die noch zu gebrauchen sind, werden wiederverwertet, recycelt. Autophagie kommt aus dem Griechischen. Wortwörtlich übersetzt, bedeutet es "Selbstfressen".

Und wenn die Müllabfuhr streikt?

Die Autophagie oder Autophagozytose dient dem Schutz unserer Zellen. Sie verhindert, dass sich zellulärer Abfall zu lange ansammelt. Ist die Autophagie verlangsamt oder im schlimmsten Fall komplett gestoppt, können schlimme Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer entstehen. Die Autophagie darf nicht aus dem Gleichgewicht geraten. Gefährlich wird es auch, wenn gesunde Strukturen fälschlicherweise als Müll identifiziert werden.

Was könnte das für die Praxis heißen?

Die Autophagie ist eine lebenswichtige Funktion in unserem Körper und spielt eine zentrale Rolle. Funktioniert sie nicht mehr richtig, können Tumore wuchern, Alterungsprozesse im Körper beschleunigen sich. Auch die sogenannten Plaques, die im Gehirn eines Alzheimer-Patienten abgelagert werden, entstehen, weil unter anderem der Prozess der Autophagie nicht mehr richtig funktioniert. Noch steht die Forschung rund um die Autophagie am Anfang. Doch wenn Forscher die Mechanismen der Autophagie vollkommen verstehen und entschlüsseln, könnte das Behandlungsmöglichkeiten den Weg ebnen.