Automanager Ghosn weist vor Gericht alle Vorwürfe zurück | Aktuell Asien | DW | 08.01.2019
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Gerichtsanhörung

Automanager Ghosn weist vor Gericht alle Vorwürfe zurück

Seit Wochen sitzt Carlos Ghosn in Japan in Untersuchungshaft. Jetzt erscheint er erstmals vor Gericht. Dort weist der Ex-Nissan-Chef alle Vorwürfe zurück, muss aber zurück ins Gefängnis - wegen Fluchtgefahr.

Der inhaftierte frühere Verwaltungsratschef des Renault-Partners Nissan, Carlos Ghosn, hat bei einer kurzen Anhörung vor Gericht in Tokio seine Unschuld beteuert.

Menschenmenge vor einem Gebäude in Tokio, in dem die Anhörung des ehemaligen Vorsitzenden der Nissan Motor Co. Carlos Ghosn stattfindet (picture alliance/AP/Y. Shimbun)

Der Andrang vor dem Gericht in Tokio, in dem Ghosn angehört wurde, war groß

Ghosn war am 19. November festgenommen worden. Seine Inhaftierung bezeichnete er als "ungerechtfertigt". Er habe "immer ehrenhaft und legal" gehandelt, las Ghosn aus einer schriftlichen Stellungnahme. Jegliche seiner Handlungen beim Nissan-Konzern, den er einst vor der nahen Pleite gerettet hatte, sei mit dem Wissen und der Genehmigung relevanter Personen erfolgt. Er habe zwei Jahrzehnte seines Lebens dafür gewidmet, Nissan wieder aufzubauen.

Auftritt in Handschellen

Die Staatsanwaltschaft wirft Ghosn vor, jahrelang Einkommen zu niedrig angegeben zu haben. Zudem soll er private Investitionsverluste auf den Konzern übertragen haben. Ghosn wies alle Anschuldigungen zurück. Er habe keinerlei Vergütungen von Nissan erhalten, die nicht offengelegt worden seien. Vereinbarungen über Einkommen nach seinem Ausscheiden bei dem Konzern seien von internen und externen Anwälten begutachtet worden.

Japan Ghosn vor Gericht in Tokio - Gerichtszeichnung (Reuters/Kyodo/N. Katsuyama)

Ghosn bei der Anhörung, gezeichnet von einem Gerichtsreporter

Der Automanager erschien in Handschellen vor Gericht. Ghosn wirkte abgemagert. Der Richter rechtfertigte die Untersuchungshaft. Es bestehe Fluchtgefahr. Zudem müsse verhindert werden, dass der Beschuldigte Beweise verfälsche.

Ghosn hatte die öffentliche Anhörung beantragt, um den konkreten Grund für seine Inhaftierung zu erfahren. Einen Termin für einen Prozess gegen ihn gibt es noch nicht.

pg/rk (dpa, rtr, afp)

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