Auto rast bei Rosenmontagsumzug in Hessen in Menschenmenge | Aktuell Deutschland | DW | 24.02.2020
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Deutschland

Auto rast bei Rosenmontagsumzug in Hessen in Menschenmenge

Im nordhessischen Volkmarsen ist ein Autofahrer in einen Rosenmontagsumzug gefahren - mit Absicht. Viele Menschen wurden verletzt. Alle Rosenmontagsumzüge in Hessen wurden abgebrochen.

Video ansehen 01:46

Auto fährt in Karnevalszug in Nordhessen

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts, wie deren Sprecher, Alexander Badle, mitteilte. Zum Motiv könne man nichts sagen: "Wir ermitteln in alle Richtungen."  Zuvor hatte es zu den Hintergründen zum Teil widersprüchliche Angaben gegeben. Die Polizei erklärte, sie gehe davon aus, dass der Fahrer vorsätzlich in den Rosenmontagszug gefahren sei. Gleichwohl lägen keine Hinweise auf eine politisch motivierte Straftat oder einen Anschlag vor. Aus dem hessischen Innenministerium hieß es dagegen, dass ein Anschlag nicht ausgeschlossen werden könne.

Ein Sprecher der Behörde begründete das mit der Situation vor Ort. Der Fahrer war nach ersten Erkenntnissen den Behörden nicht als Extremist bekannt. Allerdings war er der Polizei nach dpa-Informationen in der Vergangenheit durch Beleidigung, Hausfriedensbruch und Nötigung aufgefallen. 

DW-Reporterin Rebecca Staudenmaier berichtet, dass der Tatort auch Stunden nach dem Vorfall noch weiträumig von der Polizei abgesperrt war. 

Nach Angaben eines Augenzeugen fuhr das Auto mit hoher Geschwindigkeit in die Zuschauermenge. Der Fahrer habe noch Gas gegeben. Unter den 52 teils schwer verletzten Opfern sind nach aktuellen Angaben der Polizei 18 Kinder. 

Der Fahrer wurde festgenommen, er ist deutscher Staatsbürger, 29 Jahre alt und kommt aus Volkmarsen. Er ist nach Angaben des hessischen Innenministeriums zurzeit nicht vernehmungsfähig. Nach Angaben von Bereswill gab es auch noch eine zweite Festnahme. Allerdings sei noch nicht klar, ob der Festgenommene als Tatverdächtiger gelte oder ein Zeuge sei, sagte er auf einer Veranstaltung in Frankfurt am Main. 

Die Zeitung "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" berichtete, Zeugen hätten geschildert, dass der Fahrer eine Absperrung umgangen habe und dann mit Vollgas auf die Menschenmenge zugerast sei. Die Zeugen hätten den Eindruck gehabt, dass der Fahrer es vor allem auf Kinder abgesehen habe. Von der Polizei gab es dazu keine Angaben. 

Ein Zeuge sagte laut "Bild"-Zeitung, erboste Menschen seien am Tatort mit erhobenen Fäusten auf den Fahrer zugelaufen, die Polizei habe ihn schützen müssen. 

Zum Rosenmontagszug in Volkmarsen waren rund 1500 Menschen erwartet worden. Die Kleinstadt hat rund 6800 Einwohner. Sie ist rund 30 Kilometer von Kassel entfernt.

hf/uh (rtr, ap, hr)

Audio und Video zum Thema