Auswahl der neuen Volontäre: ″Eine intensive Erfahrung, der wir mit viel Demut begegnen″ | Starten Sie durch mit einem Volontariat der Deutschen Welle | DW | 22.05.2019
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Volontariat

Auswahl der neuen Volontäre: "Eine intensive Erfahrung, der wir mit viel Demut begegnen"

Im Mai wurden in Bonn die Volontärinnen und Volontäre für den nächsten Jahrgang ausgewählt. Ramón García-Ziemsen, Leiter der Journalistischen Ausbildung bei der DW Akademie, über die Herausforderungen bei der Auswahl.

Zuerst: Wie sind denn die Neuen so?
Großartig! Eine so bunte Truppe aus so vielen Regionen mit so unterschiedlichen Begabungen hatten wir noch nie. Wenn wir uns ansehen, wer alles zu uns will, ist das auch eine kleine Bestätigung: Wir müssen doch ganz attraktiv sein. Auch wenn wir uns natürlich stetig weiter verbessern können und wollen.

Wie läuft diese Auswahl ab?

Wir wollen die Bewerberinnen und Bewerber kennenlernen, nicht in Grund und Boden testen. Es geht los mit einem Wissenstest. Anschließend müssen sie zeigen, dass sie geradeaus schreiben können, sich vor der Kamera präsentieren und in Übungen beweisen, wie kreativ und stressfest sie sind. Am Abend des zweiten Tags teilen wir dann mit, wer in die letzte Runde kommt. Am dritten Tag jeweils 20-minütige Gespräche mit dem Intendanten, der Chefredakteurin, dem Leiter der DW Akademie, Personalräten und Vertretern aller Direktionen. Diese Gespräche werden vergleichbar geführt und laufen deshalb sehr fair ab. Da wird niemand "gegrillt", niemand nach Hobbys oder Vorlieben gefragt.

Was sind für die Bewerber die größten Herausforderungen?

Das Schlimmste sind die ersten 15 Minuten. So lange brauchen sie, bis sie merken, dass wir keine bösen Prüfungsmonster sind. Aber die drei Tage sind natürlich wahnsinnig anstrengend: unter Druck Nachrichten schreiben, auf Kommando in eine andere Rolle schlüpfen. Unser Ziel ist, allen gerecht zu werden und jedem eine echte Chance zu geben. Ich weiß nicht, ob wir das immer schaffen. Auch für uns ist das eine unglaublich intensive Erfahrung, der wir mit viel Demut begegnen. Wir entscheiden über die Zukunft von Menschen. Uns ist klar, dass wir für viele, gerade aus Ländern, in denen Journalisten nicht frei arbeiten können, mit unserem Volontariat die Chance auf ein besseres Leben bieten können.

Wer war denn dieses Mal in der letzten Runde?

40 Menschen aus 20 Ländern, darunter eine Ärztin, ein Mathematiker, eine Neurowissenschaftlerin, auch Dokumentarfilmer, Soziologen sind dabei. Wir suchen ja nicht nur die "klassischen" Journalisten, sondern bewusst Menschen aus anderen Gewerken. Die Herausforderung ist, einen Automatismus zu überwinden, den es bei der Auswahl von Personal oft gibt: Wir wählen unterbewusst Leute aus, die so denken wie wir, wahrscheinlich so handeln wie wir und die uns keine Probleme machen.

40 Leute, die alle das Eine wollen – eine riesige Konkurrenz auf kleinem Raum.

Natürlich. Trotzdem helfen sie sich gegenseitig: Sie verraten sich, was in der jeweiligen Session drankommt, es entstehen Facebook-Gruppen und abends wird zusammen gesessen. Einmal wurde auch Volleyball gespielt. Dass die Atmosphäre so gut ist, liegt auch an den Beteiligten aus den diversen DW-Redaktionen, aus Bonn und Berlin. Das gesamte Haus ist eingebunden, die ganze Vielfalt. Denn es geht auch darum, sich gemeinschaftlich Gedanken zu machen, mit wem wir in Zukunft zusammenarbeiten wollen. Wen brauchen wir morgen? Und was machen wir übermorgen? Es ist ein Gemeinschaftsprojekt, das den Volos auch Wertschätzung signalisiert.

Worauf achtet ihr bei der Auswahl?

Auf vieles. Wir berücksichtigen den Bedarf des Hauses. Wir suchen keine Lautsprecher, sondern auch die Stillen, die sehr selbstreflektiert und kritisch sind. Nachwuchsjournalisten, die auch mal Nein sagen. Die sich nicht so schrecklich wichtig nehmen. Die in der Gruppe funktionieren. Wir können die tollsten Trainer haben – am meisten lernen die Volontärinnen und Volontäre voneinander. Und natürlich in den Redaktionen.

Die Bewerbungsphase für den nächsten Jahrgang startet im November 2019. Weitere Informationen hier auf unserer Website.

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