Auswärtiges Amt: Deutsches Todesopfer bei Hotel-Anschlag in Kabul | Aktuell Welt | DW | 22.01.2018
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Afghanistan

Auswärtiges Amt: Deutsches Todesopfer bei Hotel-Anschlag in Kabul

Mindestens 19 Menschen wurden bei dem Anschlag auf ein Luxushotel in Kabul am Wochenende getötet. Die Bundesregierung bestätigte nun, dass auch eine Deutsche unter den Opfern ist.

Bei dem Anschlag auf ein internationales Hotel in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat es auch ein deutsches Todesopfer gegeben. Dies teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin mit. Die Angehörigen würden informiert. Die Frau arbeitete für mehrere Hilfsorganisationen. "Das war eine höchst engagierte Frau, die mit ihrem Leben darauf ausgerichtet war, den Armen - besonders Kindern aber auch anderen - in Afghanistan zu helfen", sagte Udo Stolte, Geschäftsführer der Hilfsorganisation Shelter Now in Aghanistan der DW. Wie die Sprecherin des Auswärtigen Amtes weiter mitteilte, gibt es keine Hinweise auf andere deutsche Verletzte.

Laut Angaben afghanischer Behörden schwankt die Zahl der Todesopfer vom Anschlag auf das Luxushotel in Kabul zwischen 19. und 22. Offenbar versuchten die fünf Angreifer dabei, gezielt Ausländer zu treffen, wie afghanische Medien unter Berufung auf Augenzeugen berichteten. Sie hätten bei der Erstürmung des Hotel Intercontinental (Artikelbild) zunächst auf ausländische Gäste geschossen. Die Mehrheit der offiziell bestätigten Todesopfer stammen demnach nicht aus Afghanistan. 

Hat privater Sicherheitsdienst versagt? 

Der Anschlag wird als Zeichen der Schwäche der afghanischen Regierung eingeschätzt. Das Hotel war bereits 2011 Ziel eines Terrorangriffs, daraufhin wurden die Sicherheitsvorkehrungen massiv verstärkt. Die Regierung muss sich nun dafür rechtfertigen, die Sicherheitsverantwortung für das staatliche Hotel erst vor zwei Wochen an eine private Firma übergeben zu haben.

Die Angreifer waren am Samstagabend offenbar durch die Küche in das Gebäude gelangt. Die Männer schossen mit Maschinengewehren auf Gäste, warfen Handgranaten. Erst nach 17 Stunden gelang es afghanischen Sicherheitskräften, die Kontrolle über das sechsstöckige Hotel wiederzugewinnen. Teile des Gebäudes brannten aus, nachdem die Angreifer Feuer gelegt hatten. Hotelgäste versuchten, sich von den oberen Etagen mit Hilfe von Bettlaken abzuseilen. Mindestens ein Mensch stürzte dabei in die Tiefe.

Rettungskräfte und medizinisches Personal konnten erst sonntagfrüh zum Hotel vordringen, um Verwundete zu versorgen. Die ganze Nacht über hatten afghanische Sicherheitskräfte das Gebiet weiträumig abgeriegelt, so dass weder Löschfahrzeuge noch Krankenwagen Zugang hatten.

Erst vor wenigen Tagen hatte die US-amerikanische Botschaft in Kabul vor einem Attentat auf ein Hotel in der Hauptstadt gewarnt. Das 1969 eröffnete Intercontinental Hotel ist ein beliebter Veranstaltungsort für Hochzeiten, Konferenzen und politische Versammlungen und ein Wahrzeichen der Stadt.

bri/sti (epd, dpa, afp)