Australien schließt Flüchtlingslager auf Weihnachtsinsel | Aktuell Welt | DW | 05.10.2018
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Migration

Australien schließt Flüchtlingslager auf Weihnachtsinsel

Todesfälle, Aufstände, Vergewaltigungen - das Flüchtlingslager auf der Weihnachtsinsel war oft Schauplatz schrecklicher Vorfälle. Jetzt will Australien das Lager schließen - bis auf Weiteres.

Australien Weihnachtsinsel Haftzentrum für Flüchtlinge (Getty Images/S. Fisher)

Flüchtlingslager auf der Weihnachtsinsel (Archivbild)

"Das Zentrum ist jetzt geschlossen, etwa 30 verbliebene Inhaftierte wurden letzte Woche auf Hafteinrichtungen auf dem Festland verlegt", sagte ein Sprecher von Einwanderungsminister David Coleman.

Das Lager im Indischen Ozean, etwa 2300 Kilometer von der westaustralischen Stadt Perth entfernt, war seit seiner Öffnung 2008 Schauplatz von Aufständen, Todesfällen, mutmaßlichen Vergewaltigungen und Selbstverletzungen. Im Jahr 2015 kam es nach dem ungeklärten Tod eines Asylbewerbers zu einem zweitägigen Aufstand. An dem Aufruhr beteiligte sich die Mehrheit der damals gut 200 Lagerinsassen.

Kritik von UN und Menschenrechtlern

Das Haftzentrum war ein wichtiger Teil der Flüchtlingspolitik der konservativen Regierung: Menschen, die per Boot nach Australien kommen wollten, wurden zurückgeschickt oder sofort in Lager auf weit entfernten Inseln wie Nauru, Papua-Neuguinea oder eben die Weihnachtsinsel gebracht.

Auch anerkannten Flüchtlingen wurde die Einreise verweigert. Die Vorgehensweise wurde von den Vereinten Nationen und Menschenrechtsgruppen scharf kritisiert. Zum Höhepunkt des Flüchtlingsaufkommens im Juli 2013 lebten nach Angaben des Einwanderungsministeriums mehr als 10.000 Menschen in solchen Haftlagern, darunter 2000 Kinder.

Einwanderungsminister Coleman erklärte, das Haftzentrum auf der Weihnachtsinsel werde in einem Bereitschaftszustand gehalten, um es bei Bedarf schnell wieder öffnen zu können. 

gri/jj (afp)

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