Ausnahmezustand in Chiles Hauptstadt verhängt | Aktuell Amerika | DW | 19.10.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Lateinamerika

Ausnahmezustand in Chiles Hauptstadt verhängt

Zuerst ging es um eine Fahrpreiserhöhung von umgerechnet vier Cent - dann brannten U-Bahn-Stationen in Santiago. Jetzt greift die Regierung zu einem scharfen Schwert.

Nach Unruhen wegen Fahrpreiserhöhungen der U-Bahn in Santiago hat Chiles Präsident Sebastián Piñera den Ausnahmezustand verhängt. In einer Fernsehansprache begründete er die Entscheidung mit "ernsten und wiederholten Angriffen" auf die Untergrundbahn in der chilenischen Hauptstadt. Durch das Notstandsrecht sind grundlegende Bürgerrechte einstweilen beschnitten. So können etwa Verdächtige länger festgehalten werden als sonst.

Zuvor hatten Brandstifter in mehreren Metrostationen schwere Verwüstungen angerichtet. Sie errichteten brennende Barrikaden vor den Eingängen, wobei auch oberirdisch weitere Schäden entstanden. So geriet mindestens ein Bus in Brand. Die Polizei ging mit Tränengas gegen gewalttätige Demonstranten vor.

Massenprotest gegen Fahrperisanstieg, Chile (AFP via Getty Images/T. Torres)

Feuerwehrleute beseitigen brennende Barrikaden in Santiago de Chile

Die Verkehrsbetriebe stellten daraufhin den gesamten U-Bahn-Verkehr auf dem rund 140 Kilometer langen Streckennetz ein. Dies soll für das ganze Wochenende gelten, wie auf Twitter mitgeteilt wurde.

Die ersten Proteste waren vor knapp einer Woche ausgebrochen - als Reaktion auf eine Erhöhung des Fahrpreises von 800 auf 830 Pesos, umgerechnet ein Plus von vier Euro-Cent. Zunächst wurden Hunderte von Schüler und Studenten mit Sprüngen über die Zugangssperren zu Schwarzfahrern, später kam es zu größeren Protestkundgebungen in der chilenischen Hauptstadt.

jj/mir (dpa, afp)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema