Ausländische Investoren lieben Frankreich und weniger Deutschland | Aktuell Europa | DW | 27.05.2020
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Wirtschaft

Ausländische Investoren lieben Frankreich und weniger Deutschland

Vor der Corona-Pandemie war Frankreich der attraktivste Investitionsstandort in Europa. Aus Deutschland zogen sich US-Firmen merklich zurück. Stattdessen gewannen Unternehmen aus zwei anderen Ländern an Bedeutung.

Frankreich Paris Flagge Eiffelturm (Getty Images/AFP/P. Lopez)

Frankreichs Flagge am Eiffelturm in Paris

Frankreich ist vor Ausbruch der Pandemie erstmals zum beliebtesten Investitionsstandort in Europa aufgestiegen. Die Zahl der Projekte ausländischer Unternehmen nahm im vergangenen Jahr um 17 Prozent auf 1197 zu, wie aus einer Studie der Wirtschaftsberatung EY (Ernst & Young) hervorgeht. Trotz der Brexit-Verunsicherung belegte Großbritannien mit einem Plus von fünf Prozent auf 1109 Investitionen den zweiten Platz - vor Deutschland. Hier stagnierte die Zahl der ausländischen Direktinvestitionen mit 971 in etwa auf dem Niveau von 2018.

USA bleiben aber größter Investor in Deutschland

Dies ist laut der Untersuchung vor allem auf die Zurückhaltung von US-Firmen zurückzuführen, die ihr Geld lieber in andere Standorte in Europa investierten. Amerikanische Projekte in Deutschland verringerten sich um zwölf Prozent auf 193. Dennoch sind US-Konzerne weiter die mit Abstand wichtigsten ausländischen Investoren in der Bundesrepublik.

Deutschland China Wirtschaft (Getty Images/AFP/T. Lohnes)

Chinesische und deutsche Geschäftsleute bei einer Tagung (Archiv)

Das nachlassende Engagement der USA wurde vor allem durch chinesische und türkische Unternehmen kompensiert. Bei chinesischen Firmen gab es ein Plus von 27 Prozent auf 84 Projekte. Die Vorhaben türkischer Unternehmen haben sich auf 77 sogar mehr als verdoppelt.

In diesem Jahr dürften sich die Investitionen wegen der Virus-Folgen auf ein Minimum reduzieren. Hubert Barth, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY Deutschland, sagte, jetzt gehe es bei vielen Unternehmen in erster Linie darum, Liquidität zu halten, zumal unklar sei, "wie stark und nachhaltig der Konjunktureinbruch ausfällt und wie sich Absatzmärkte mittelfristig entwickeln werden". Im laufenden Jahr sei mit einem Rückgang der ausländischen Investitionen um 35 bis 50 Prozent zu rechnen.

se/wa (rtr, dpa)