Ausgerechnet ein Nationalspieler: Kimmich nicht gegen Corona geimpft | Sport | DW | 23.10.2021
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Bundesliga

Ausgerechnet ein Nationalspieler: Kimmich nicht gegen Corona geimpft

Wenn ein Nationalspieler Bedenken gegen die Corona-Impfung hat, sorgt das für Debatten. Joshua Kimmich läuft ungeimpft, aber regelmäßig getestet durch die Stadien. Es ist sein gutes Recht. Doch ist er damit ein Vorbild?

Deutschland Bundesliga | Joshua Kimmich

Beim Spiel gegen Hoffenheim: Joshua Kimmich

Man kann Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich vom FC Bayern München zugute halten, dass er die Sache nicht von sich aus ansprach. Aber nach entsprechenden Berichten ließ sich das Thema nicht mehr umgehen: Kimmich hat sich bislang nicht gegen Corona impfen lassen. "Das stimmt", antwortete der 26-Jährige am Samstag nach dem 4:0-Sieg in der Bundesliga gegen die TSG 1899 Hoffenheim auf eine entsprechende Frage im Interview des TV-Senders Sky.

Nagelsmann hat Corona

Er habe "persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht". Zuvor hatte die "Bild" berichtet, dass Kimmich nicht vor COVID-19 immunisiert sei. Co-Trainer Dino Toppmöller, der wie schon beim 4:0 in der Champions League bei Benfica Lissabon den an Corona erkrankten Chefcoach Julian Nagelsmann vertrat, sagte: "Ich habe mich impfen lassen und bin der Überzeugung, dass es besser ist, das zu tun. Aber am Ende des Tages ist es eine Entscheidung von Joshua, und die akzeptiere ich auch, und das sollten wir alle tun."

München | FC Bayern München - VFL Bochum | Bundesliga | Trainer Julian Nagelsman

Sitzt gerade mit der Infektion zu Hause und nicht auf der Bayern-Bank: Julian Nagelsmann

Alle Profis beim FC Bayern hätten die Möglichkeit gehabt, sich beim Internisten über Risiken aufklären zu lassen, sagte der Co-Trainer weiter. Kimmich selbst betonte, er sei sich seiner "Verantwortung bewusst" und halte sich an die Hygienemaßnahmen. Beim deutschen Rekordmeister würden alle nicht geimpften Spieler alle zwei bis drei Tage getestet. Jeder sollte die Entscheidung für sich selbst treffen, sagte Kimmich und ergänzte: "Trotzdem ist es jetzt nicht so, dass ich irgendwie ein Corona-Leugner oder Impfgegner bin."

"Finde, auch das sollte man respektieren"

Er finde es schade, dass es in der Debatte "nur noch geimpft oder nicht geimpft" gebe, sagte Kimmich, der längst eine führende Rolle beim FCB spielt. Und nicht geimpft bedeute dann oftmals gleich, dass man Corona-Leugner oder Impfgegner sei. "Aber ich glaube, es gibt auch ein paar andere Menschen zu Hause, die einfach ein paar Bedenken haben, was auch immer die für Gründe haben. Und ich finde, auch das sollte man respektieren, vor allem, so lange man sich an die Maßnahmen hält." Ein Umdenken schloss der Nationalspieler nicht aus.

Joshua Kimmich I FC Bayern Muenchen

Wird nach eigenen Worten alle zwei bis drei Tage getestet: Joshua Kimmich

Torwart Manuel Neuer bezeichnete es bei Sky erst einmal als "Privatsache". Er habe sich impfen lassen. "Und ich denke, dass es für uns alle auch unabdingbar ist, dass wir heute so viele Zuschauer in der Arena gehabt haben. Aber das ist die Sache von jedem selbst." Zuvor hatte der Sportvorstand des Vereins, Hasan Salihamidzic, bei Sky gesagt: "Der FC Bayern empfiehlt, sich impfen zu lassen, genau so wie ich persönlich, um unter anderem vielleicht allen ein normaleres Leben zu ermöglichen." Aber weil es in Deutschland keine Impfpflicht gebe, habe der Verein "die Empfehlung ausgesprochen und jeder darf das selber entscheiden."

Gefahr, dass man einen schweren Verlauf hat

"Jeder Mensch in unserem Land ist frei", sagte der Freiburger Trainer Christian Streich, angesprochen auf die Thematik.

Deutschland Bundesliga | Christian Streich

Meinung sei zu respektieren, sagt Freiburgs Trainer Christian Streich

"Ich wünsche mir, dass sich so viele Menschen wie möglich impfen lassen, weil ich weiß, was es für Auswirkungen haben kann, wenn man sich nicht impft." Der üblicherweise meinungsfreudige Coach ergänzte: "Die Gefahr, dass man dann einen schweren Verlauf hat, wenn man COVID-19 kriegt, ist ums Vier-, Fünffache höher. Und deshalb würde ich mir natürlich wünschen, dass die Menschen, die in der Öffentlichkeit sind, sich darüber bewusst sind. Aber: Jeder ist frei und das ist grundsätzlich gut so. Und deshalb hat man diese Meinung zu respektieren."

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