Ausgangssperre in US-Metropole Philadelphia | Aktuell Amerika | DW | 29.10.2020
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Polizeigewalt

Ausgangssperre in US-Metropole Philadelphia

Nach zwei Nächten mit Ausschreitungen und Plünderungen bei Protesten gegen Polizeigewalt greifen die Behörden in der US-Ostküstenstadt hart durch. Auslöser war der Tod eines Schwarzen bei einem Polizeieinsatz.

Die Ausgangssperre in der US-Großstadt Philadelphia trat um 21 Uhr Ortszeit in Kraft und soll bis sechs Uhr morgens dauern. Die Stadtverwaltung reagiert damit auf die Ausschreitungen der vergangenen beiden Nächte. Demonstranten hatten nach den tödlichen Polizeischüssen auf einen Afroamerikaner am Montag zunächst friedlich gegen Polizeigewalt protestiert. Anschließend sei es zu Plünderungen von Geschäften gekommen und zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und rund 1000 Demonstranten, teilte die Polizei mit.

Demnach wurden bei den Kämpfen 53 Polizisten verletzt, 172 Demonstranten wurden festgenommen. Der Gouverneur des Bundesstaates Pennsylvania, der Demokrat Tom Wolf, sagte, er habe die Nationalgarde zur Unterstützung der örtlichen Polizeikräfte angefordert, um die öffentliche Ordnung wiederherzustellen. Die Truppen würden im Laufe des Freitags in Philadelphia eintreffen.

USA I Demonstranten widersetzen sich der Ausgangssperre in Philadelphia

Eine Demonstrantin widersetzt sich der Ausgangssperre in Philadelphia

Tödlicher Polizeieinsatz

Am Montagnachmittag hatten zwei weiße Polizisten den mit einem Messer bewaffneten Walter Wallace erschossen. Der Vorfall ist auf einem Handyvideo festgehalten. Dort ist zu hören, wie die Beamten den 27-Jährigen auffordern, das Messer wegzuwerfen. Als Wallace seine Mutter wegstößt und auf die Polizisten zuläuft, eröffnen die Beamten das Feuer. Der Afroamerikaner litt nach Angaben seiner Familie unter psychischen Problemen.

USA I Ausgangssperre in Philadelphia

Mit Plakaten fordern Demonstranten einen Politikwechsel und ein Ende der Polizeigewalt gegen Schwarze

Polizeigewalt als Wahlkampfthema

In den USA gibt es seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai in Minneapolis immer wieder Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt. Am Rande der meist friedlichen Demonstrationen kam es wiederholt zu Ausschreitungen.

Donald Trump, der kommende Woche zur Wiederwahl steht, nutzt das regelmäßig, um sich als "Präsident von Recht und Ordnung" zu präsentieren. Die Proteste in Philadelphia bezeichnete das Weiße Haus als "jüngste Konsequenz des Krieges, den die liberalen Demokraten gegen die Polizei führen".

mak/fw (afp, rtre, ape)

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